Golf PGA
Golfer kämpfen zum 70. Mal um das grüne Jackett

Ab heute geht der Kampf um das grüne Jackett beim 70. US Masters aufs Neue los. Tiger Woods tritt als Titelverteidiger an, der Krankheitszustand seines Vaters macht dem US-Superstar jedoch erheblich zu schaffen.

Der Gedanke an seinen Vater treibt Tiger Woods schon mal die Tränen ins Gesicht. Earl Woods musste im Kampf gegen seinen Prostatakrebs zuletzt wieder einen Rückschlag verkraften, für den "Tiger" ein unerträglicher Zustand. "Er bedeutet mir so viel. Er ist mein bester Freund. Das über seinen Vater sagen zu können, ist schon etwas Besonderes", sagt der 30 Jahre alte Golf-Superstar, der mit der Blockade im Kopf heute nichts Geringeres auf seinem Plan stehen hat als die Titelverteidigung beim 70. US Masters in Augusta (täglich live auf Premiere).

Seit Montag ist Tiger Woods an der altehrwürdigen Magnolia Lane dabei. Wie lange der zehnmalige Major-Sieger dieses Mal bleibt, ist unsicher. "Wenn sich Vaters Zustand verschlimmert, bin ich weg", sagt Woods. Und so hat Klubchef Hootie Johnson in diesen Tagen wahrscheinlich folgenden Albtraum: Tiger Woods führt vor dem Sonntag mit großem Vorsprung, reist aber vor der Schlussrunde ab.

Denkbar ist dieses Szenario allemal, denn nichts und niemand könnte Tiger Woods davon abhalten, seine Koffer zu packen und seinem Vater im Kampf gegen den Krebs beizustehen. Zu eng ist die emotionale Bindung zwischen Vater und Sohn. Earl Woods, ein Vietnam-Veteran, hatte den kleinen Eldrick mit unermüdlichem Ehrgeiz auf den Weg gebracht, die Geschichte des Golfsports neu zu schreiben.

Psycho-Tricks des Vaters

Mit Drill und Einfühlungsvermögen und stets begleitet von Mutter Kultida, lernte der Tiger nicht nur das technische Handwerk, sondern vor allem die psychische Härte, die ihn zur unangefochtenen Nummer eins der Szene machte. Psycho-Tricks des Vaters schulten seine Konzentration. Besondere Bedeutung hat für Woods jener Moment, als er 1997 den ersten seiner bislang vier Masters-Triumphe feierte. Nach seinem Siegputt auf dem 18. Grün nahm er seinen Vater in die Arme und kämpfte, am Ziel seiner sportlichen Träume angelangt, mit den Tränen. "Das war mir damals so wichtig, dass er dabei war", erinnert sich Woods.

Konzentration erheblich gestört

Seine Konzentration ist durch die gesundheitlichen Probleme des Vaters derzeit erheblich gestört. Tiger Woods brachte sein Spiel in den letzten beiden Turnieren nicht mehr zusammen. Platz 20 Mitte März in Orlando und Platz 22 in der folgenden Woche bei der Players Championship waren die Resultate nach "fürchterlichen Eisenschlägen und schlechten Putts" (Woods).

Es bedarf also einer gewaltigen Kraftanstrengung, um am Sonntag wieder das begehrte grüne Sieger-Jackett überstreifen zu dürfen. Nicht zuletzt deshalb, weil gerade sein Dauerrivale Phil Mickelson bei seinem überragenden Erfolg in der Vorwoche in Duluth/Georgia mit 13 Schlägen Vorsprung angedeutet hatte, dass er in Augusta zum zweiten Mal nach 2004 triumphieren möchte.

Langer einziger Deutscher

An seinen dritten Sieg in Augusta denkt Bernhard Langer nicht ernsthaft, immerhin ist der Anhausener bei seiner 24. Teilnahme aber der einzige deutsche Starter. Zweimal, 1985 und 1993, hatte der heute 48-Jährige triumphiert und auch darüber hinaus viele Top-Platzierungen erreicht. Davon ist der Schwabe aber in dieser Saison weit entfernt, die Plätze 43 in Orlando und 58 bei der "Players" jedenfalls waren zuletzt nicht gerade Hoffnungsschimmer.

© SID

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