Golf PGA
Immelman schlüpft in Augusta ins Grüne Jackett

Auch am Schlusstag hat Trevor Immelman die Nerven behalten. Nach einer 75er Runde sicherte sich der Südafrikaner den Sieg beim Masters in Augusta und schlüpfte ins Grüne Jackett.

Der Champion zeigte am Ende Gefühle: Im Moment seines größten Triumphes nahm Golfprofi Trevor Immelman Söhnchen Jacob auf dem 18. Grün von Augusta liebevoll auf den Arm. Der hatte mit einem grünen Polo-Hemd schon vorgelegt. Als dann dem Papa vom entthronten Vorjahressieger Zach Johnson ins begehrte grüne Sieger-Jackett geholfen wurde, war das Familienglück perfekt. Zwei schwere Krankheiten hatte der 28-Jährige in den letzten zwölf Monaten gemeistert und nun mit seinem Erfolg beim 72. US Masters mit drei Schlägen Vorsprung vor Topfavorit Tiger Woods ein Kapitel Golf-Geschichte geschrieben.

Erster Start-Ziel-Sieg seit Raymond Floyd 1976

"Ich habe immer wieder zu mir gesagt, spiele jeden einzelnen Ball konzentriert, denn hinter jeder Ecke lauert ein Desaster", sagte der strahlende Gewinner. Immelman schaffte in der "Kathedrale des Golf" den ersten Start-Ziel-Sieg seit Raymond Floyd 1976 und war zugleich als erster Südafrikaner seit dem legendären Gary Player (1978) erfolgreich.

Eben jener Gary Player, der mit seiner 51. Masters-Teilnahme am Donnerstag selbst für einen Rekord gesorgt hatte, gab Immelman den mentalen Schub. "Er hat mir nach der dritten Runde eine Mail geschickt und mir gesagt, dass ich gewinne. Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe es sogar meiner Familie vorgespielt", sagte der 28-Jährige.

Doch bei aller Freude über die Sternstunden von Augusta hat Trevor Immelman seine gesundheitlichen Krisen nicht vergessen. Zunächst machten ihm nach dem letztjährigen Masters Parasiten im Magen schwer zu schaffen, er verlor zehn Kilo Gewicht. Dann wurde ihm am 18. Dezember ein gutartiger Tumor im Zwerchfell entfernt.

Immelman erinnert sich an seine Gefühle nach der niederschmetternden Diagnose: "Du spielst auf der US-Tour und denkst, du bist kugelsicher. Und dann liegt du auf einmal flach und weißt nicht, ob du überhaupt nochmal zurückkommst."

Doch er kam zurück, mit der liebevollen Unterstützung seiner Ehefrau Carminita, seiner Jugendfreundin, die er 2003 heiratete. Auf dem superschweren Par-72-Platz in Augusta spielte er auf wie ein großer Champion, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Auch nicht von einem Doppel-Bogey nach einem Abschlag ins Wasser am 16. Loch (Par 3) der Schlussrunde, mit dem sein Vorsprung auf die Verfolger plötzlich von fünf auf drei Schläge schrumpfte.

"Da hat man gesehen, was alles passieren kann. Doch ich wollte im Spiel bleiben und bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe", sagte Immelman, der einen Scheck über 1,3 Mill. Dollar erhielt.

Woods' Hoffnung auf Grand Slam vorerst abgehakt

Als der Südafrikaner an der 18 zum Par zum Sieg einlochte, saß Tiger Woods bereits im Klubhaus. "Ich bin hungrig, ich gehe essen. Trevor bringt das Ding nach Hause", sagte der 32-Jährige, der die Hoffnung vom ersten Grand Slam der Golf-Geschichte im dritten Jahr in Folge vorzeitig begraben musste. Den letzten seiner bislang vier Masters-Siege hatte er 2005 errungen, Triumph Nummer fünf wäre durchaus möglich gewesen, zumal die anderen Konkurrenten, die vor der Schlussrunde vor ihm lagen, am windigen letzten Tag noch einbrachen.

"Ich wollte die letzten sieben Löcher drei unter Par spielen und damit Druck auf Trevor machen. Ich hatte auch ein gutes Gefühl für meine Schläge, doch ich habe miserabel geputtet", sagte Woods, der weiter auf seinen 14. Major-Sieg warten muss. Nach seiner 72er Schlussrunde lag er mit 283 Schlägen als Zweiter einen Schlag vor seinen Landsleuten Brandt Snedeker und Stewart Cink.

Die deutschen Teilnehmer, der zweimalige Masterssieger Bernhard Langer (Anhausen) und Augusta-Debütant Martin Kaymer (Mettmann), waren mit 151 bzw. 148 Schlägen am Cut (147) gescheitert.

© SID

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