Golf PGA
Kaymer bei Woods-Niederlage Sechster

Der Südkoreaner Yang Yong-Eun hat US-Golfstar Tiger Woods düpiert und das Major-Turnier in Chaska gewonnen. Martin Kaymer landete als Sechster seine beste Major-Platzierung.

Erst kam der Schrei, dann folgte die Faust: Als der Südkoreaner Yang Yong-Eun Superstar Tiger Woods endgültig eine der wohl schmerzlichsten Niederlagen zugefügt und als erster Asiate der Golf-Geschichte ein Major-Turnier gewonnen hatte, ließ er seinen Emotionen auf dem 18. Grün freien Lauf. Grund zur Freude hatte bei der 91. US-PGA-Championship in Chaska/Minnesota auch der deutsche Hoffnungsträger Martin Kaymer, der sich mit einer 73 auf der Schlussrunde und insgesamt 287 Schlägen auf den sechsten Platz verbesserte. Für sein bestes Major-Ergebnis überhaupt erhielt Kaymer 223 125 Dollar.

Zuvor hatten sich vor allem auf den zweiten neun Löchern unglaubliche Szenen abgespielt, immer wieder rieben sich die Zuschauer auf dem superlangen Par-72-Kurs im Hazeltine National Golf Club verwundert die Augen. Eiskalt spielte Yang Yong-Eun sein Spiel, ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und setzte dem Tiger mit herausragenden Schlägen immer wieder kleine Stiche.

Woods verliert erstmals Major-Turnier nach Führung vor Schlussrunde

"Tödlich" für Woods war Yangs Eagle an der 14, als dieser einen Chip direkt einlochte und erstmals alleine in Führung ging. Während Woods an der 17 und 18 jeweils noch Bogeys unterliefen, machte der 37-Jährige aus Seoul mit einem weiteren Birdie am Schlussloch alles klar und hatte mit 283 Schlägen drei Schläge Vorsprung auf seinen Widersacher. Für Woods war es das erste Mal, dass er als Spitzenreiter vor der Schlussrunde eines Majors am Ende verlor.

Der Ausnahmekönner schüttelte vor allem auf den Grüns immer wieder den Kopf, wirkte oftmals verzweifelt, denn der Ball wollte bei seinen Putts einfach nicht fallen. "Es ging nichts. Ich hatte einen schrecklichen Tag auf den Grüns, und das am falschen Tag. Dabei waren meine anderen Schläge gut", sagte der 33-jährige Woods, der die Überlegenheit seines Konkurrenten neidlos anerkannte: "Yang hat heute großartig gespielt. Ich glaube, er hat keinen einzigen schlechten Schlag gehabt, außer vielleicht sein Drei-Putt an der 17. Trotzdem hat mir das Duell Spaß gemacht."

Woods durfte sich mit einem Scheck über 810 000 Dollar trösten, während Yang mit 1,35 Mill. Dollar das bisher höchstes Preisgeld seiner Karriere kassierte. Dabei standen die Vorzeichen für den Asiaten keinesfalls gut nach einer Nacht mit vielen Hindernissen. "Ich war unglaublich nervös, bin zwei, dreimal aufgewacht und konnte nicht wieder richtig einschlafen", schilderte Yang die Stunden vor dem Showdown.

"Noch nie einen mental so starken Spieler erlebt"

Doch von Nervosität war auf dem Platz nichts mehr zu spüren. Scheinbar emotionslos spulte er sein Programm ab. So wie immer, wie sein Caddie A.J. Montecinos nach dem Coup berichtete: "Ich bin im Golf schon ganz gut rumgekommen, aber ich habe niemals zuvor einen mental so starken Spieler erlebt. Ihn berührt nichts, selbst wenn er einen Doppel- oder einen Triple-Bogey spielt. Er denkt immer: "Kein Problem."

Yang Yong-Eun hatte sich erst vor neun Monaten über die Qualifying School für die US-Tour qualifiziert, feierte dort Anfang März in Palm Beach Gardens in Florida gleich seinen ersten Tour-Sieg. Wie man gegen Tiger Woods gewinnt, wusste Yang bereits. 2006 in Shanghai hatte er sich ebenfalls gegen den Weltranglistenersten durchgesetzt. "Tiger ist gut, aber er kann auch einen schlechten Tag haben. Ich denke, heute war ein solcher Tag. Als ich meine Chance kommen sah, habe ich sie genutzt", sagte der Südkoreaner.

Seine Chance nicht nutzen konnte der Titelverteidiger. Padraig Harrington war gemeinsam mit Yang als Zweiter mit zwei Schlägen Rückstand auf Woods auf die Schlussrunde gegangen und lag bis zum achten Loch gut im Rennen. Doch wie schon in der Vorwoche bei der World Golf Championship in Akron/Ohio vergab er den möglichen Sieg an einem einzigen Loch. An dem rund 160m langen Par-3 benötigte der Ire acht Schläge und musste sich am Ende mit dem geteilten zehnten Platz begnügen.

© SID

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