Golf PGA
Mickelson holt sich zweiten Masters-Titel

Phil Mickelson hat die 70. Auflage des US Masters gewonnen. Titelverteidiger Tiger Woods belegte mit 284 Schlägen gemeinsam mit vier weiteren Spielern den dritten Rang, Bernard Langer war am Cut gescheitert.

Phil Mickelson durfte sich zum zweiten Mal nach 2004 das Masters-Jackett überstreifen: Der 35 Jahre alte Kalifornier siegte bei der 70. Auflage des ersten Major-Turniers der Saison in Augusta im US-Bundesstaat Georgia mit 281 Schlägen und zwei Schlägen Vorsprung vor dem Südafrikaner Tim Clark.

Vor zwei Jahren weinte er bei seinem ersten US-Masters-Triumph hemmungslos, am Sonntag rührte Mickelson Kollegen und Zuschauer zu Tränen. "Ein Erfolg bei diesem Turnier ist das Schönste, was es im Golfsport gibt. Doch wir dürfen die Relationen nicht aus den Augen verlieren. Deshalb bitte ich alle, für den Vater von Tiger Woods zu beten, der ernsthaft an Krebs erkrankt ist", sagte der Amerikaner, nachdem er von Woods das begehrte grüne Sieger-Jackett übergestreift bekam.

Traum vom inoffiziellen "Grand Slam"

Es passt zum Image des US-Publikumslieblings, dass er in der Stunde des größten Erfolges der Familie eines Mitspielers gedachte, der erklärtermaßen nicht zu seinen besten Freunden zählt. Den Ruf des sympathischen Losers hat Mickelson genauso abgelegt wie die Saga, dass er als bester Spieler, der nie ein Major-Turnier gewinnen würde, in die Golf-Geschichte eingeht. Der Sieg an Augustas Washington Road war immerhin sein dritter Streich. Nach dem letztjährigen Gewinn der US-PGA-Championship darf er nun sogar vom inoffiziellen "Grand Slam" - der Serie von vier Major-Siegen in Folge - träumen.

"Er spielte wie im Rausch. Wir warteten auf einen Einbruch, doch auf dem Leaderboard tat sich nichts. Seit seinem ersten Masters-Sieg agiert er mit völlig verändertem Selbstvertrauen. Hut ab vor seiner Leistung", sagte Tiger Woods als fairer Verlierer. Der Weltranglistenerste spielte wie Mickelson am Schlusstag 31 Löcher, doch die berüchtigten Grüns des Augusta National Golf Clubs erstickten seine erwartete Aufholjagd im Keim. Woods verpasste auf den Löchern 13 und 15 zwei Eagle-Putts, musste sich schließlich mit Rang drei zufrieden geben und kündete anschließend scherzhaft die Umstellung zu einem neuen Putter an: "Meinen alten werde ich nach diesem Tag in acht Teile zersägen und wegschmeißen."

Dass Mickelson als wahrscheinlich einziger Golfer mit dem Talent eines Tiger Woods mithalten kann, hatte er schon in der Woche vor dem Masters bewiesen - in Duluth düpierte der Linkshänder die Konkurrenz mit 13 Schlägen Vorsprung. Auch das Masters musste dank des fast fehlerfreien Spiels Mickelsons - der 35-Jährige erlaubte sich am Sonntag nur einen einzigen und aus sportlicher Sicht bedeutungslosen Bogey am letzten Loch - auf die gewohnte Dramatik verzichten. "Leftie" lag schon nach Abschluss der wegen Regens am Vortag unterbrochenen dritten Runde in Front und blickte anschließend nie mehr zurück.

Nun Zweiter der Weltrangliste

So blieb Woods in alter Masters-Tradition nichts anderes übrig, als seinem von der US-Presse als "Phil-Harmonic" gefeierten Nachfolger in der "Butler Cabin" ins grüne Sakko zu helfen. Als Belohnung für den dritten Major-Sieg in drei aufeinanderfolgenden Jahren - was in den letzten 20 Jahren nur Woods geschafft hatte - erhielt Mickelson 1,26 Mill. Dollar Siegprämie, dazu verbesserte er sich auf Rang zwei der Weltrangliste, immer noch mit gebührendem Abstand zu Woods.

Gemeinsam mit Tiger Woods belegten Jose Maria Olazabal (Spanien), Retief Goosen (Südafrika), der 46-jährige Fred Couples (USA) sowie der lange führende Chad Campbell (USA) mit 284 Schlägen den dritten Rang. Mitfavorit Vijay Singh (Fidschi/285) musste sich mit Platz acht begnügen, Ernie Els (Südafrika/292) fiel am Schlusstag nach einer 76er Runde auf Rang 27 zurück.

© SID

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