Golf PGA
Zach Johnson gewinnt überraschend US Masters

Der US-Amerikaner Zach Johnson hat die 71. Auflage des US Masters der Golfprofis in Augusta gewonnen. Johnson siegte mit 289 Schlägen und zwei Schlägen Vorsprung auf Tiger Woods, Retief Goosen und Rory Sabbatini.

Überraschung beim US Masters der Golfprofis in Augusta: Der 60:1-Außenseiter Zach Johnson hat die 71. Auflage des Turniers im US-Bundesstaat Georgia gewonnen. Der 31-Jährige siegte mit 289 Schlägen und zwei Schlägen Vorsprung vor US-Landsmann und Topfavorit Tiger Woods sowie dem südafrikanischen Duo Retief Goosen und Rory Sabbatini. Titelverteidiger Phil Mickelson aus den USA belegte mit 299 Schlägen den 24. Platz.

Für Deutschlands Golfstar Bernhard Langer war das Silber-Jubiläum dagegen vorzeitig beendet. Der 49 Jahre alte Anhausener scheiterte bei seiner 25. Teilnahme in Augusta seit 1982 zum vierten Mal am Cut und erklärte frustriert: "Es war ein bisschen deprimierend. Ich hatte viele Birdie-Chancen, aber der Putter war eiskalt. Es ging überhaupt nichts. Das macht dann natürlich weniger Spaß."

Der war auch dem Weltranglistenersten Tiger Woods vergangen, der am Schlusstag im letzten Flight auf den Kurs ging, und sich erstmals bei einem Major-Turnier nach einer solchen Ausgangsposition nicht als Sieger feiern lassen durfte. "Ich habe meine Runde an zwei von vier Tagen mit zwei Bogeys beendet. Das kann ich nicht allein auf die Kälte und den Wind schieben. Wer so spielt, darf nicht den Sieg bei einem Major-Turnier erwarten", meinte der am Ende zweitplatzierte zwölfmalige Major-Sieger resigniert.

Woods: "Er war hervorragend"

Seinem Bezwinger zollte Tiger Woods ein großes Lob: "Er war hervorragend und machte alles richtig. Hut ab vor seiner Leistung." Zach Johnson, ein 31-Jähriger aus Cedar Rapids im US-Bundesstaat Iowa, behielt seine Nerven auf der letzten Runde sicher im Griff. Wer nach einem Bogey an der 17 noch mit seinem Einbruch gerechnet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Mit einem Par an der 18 holte sich Johnson seinen ersten Major-Titel und bedankte sich anschließend für die Hilfe von oben: "Es ist Ostern. Gott hat mich auf jedem Schritt begleitet. Ich habe ihn gefühlt."

Dass er mit 289 Schlägen den höchsten Score der Masters-Historie von Sam Snead (1954) und Jack Burke junior (1956) egalisierte, verkam zum Randaspekt. Was zählte, waren die zwei Schläge Vorsprung vor dem Trio Tiger Woods, Retief Goosen und Rory Sabbatini (beide Südafrika).

Der Triumph an der Magnolia Lane wird das Leben des Golfers Zach Johnson verändern. Zuvor hatte er erst ein Turnier auf der US-Tour gewonnen und lediglich mit seiner Teilnahme am Ryder Cup 2006 auf sich aufmerksam gemacht. Noch vor sechs Jahren kaufte er sich eine Eintrittskarte für das US Masters und folgte seinem Idol Phil Mickelson von Loch zu Loch. Als ihm der US-Linkshänder, der nur enttäuschender 24. wurde (299), traditionell als Vorjahressieger ins begehrte grüne Sieger-Jackett half, schien Johnson zunächst das Ausmaß seines Erfolges gar nicht zu realisieren.

1,305 Mill. Dollar Preisgeld und lebenslanges Spielrecht

"Ich bin doch nur ein einfacher Mann aus Cedar Rapids. Mehr nicht", sagte der Mann des Tages, der sich zudem über 1,305 Mill. Dollar freuen durfte. Wichtiger aber dürfte ihm das lebenslange Spielrecht in Augusta sein.

Johnsons Sieg bedeutet aber auch eine gute Nachricht für jene Golfer wie Bernhard Langer, die nicht zu den "Weitenjägern" gehören. Anders als die meisten seiner Kollegen versuchte Johnson nicht, die Par-5-Löcher mit dem zweiten Schlag zu erreichen. Der Erfolg gab ihm recht. Während die Bälle von Woods dort fünfmal ins Wasser segelten, schaffte Johnson die am Ende mitentscheidenden elf Birdies.

Da konnte auch Phil Mickelson nicht mithalten, der es "nur" auf sieben Birdies brachte. Johnson nahm es auf die Frage eines Journalisten erstaunt zur Kenntnis. "So ist halt das Leben" sagte er mit einem Augenzwinkern, "irgendwann müssen auch die Giganten einmal fallen."

© SID

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