Grabsch-Brüder wollen Tour-Geschichte schreiben
Zwei Rennställe, aber nur ein Ziel

40 Jahre nach Rudi und Willi Altig sind Bert und Ralf Grabsch erst das zweite deutsche Brüderpaar, das gemeinsam die Tour de France bestreitet. Im Gegensatz fahren die Grabsch-Profis jedoch für verschiedene Rennställe.

Mit einem Rückstand von 30:14 Minuten auf den Sieger Frank Schleck sind die Brüder Bert (32) und Ralf (30) Grabsch bei der Bergetappe nach Alpe d´Huez nebeneinander auf die Plätze 104 und 105 über den Zielstrich gerollt. "Nur durch Bert bin ich im Zeitlimit geblieben und kann meine erste Tour weiterfahren", bedankte sich der Jüngere.

Die zwei Anhaltiner sind 40 Jahre nach Rudi und Willi Altig erst das zweite deutsche Brüderpaar, das gemeinsam die Tour de France bestreitet. Aber während die Mannheimer 1966 zusammen im italienischen Molteni-Rennstall fuhren, tragen die Grabsch-Profis verschiedene Farben.

"Halte durch!"

Bis auf den vorletzten Gipfel hatte der Ältere im Phonak-Trikot für Floyd Landis geschuftet und sich dann zurückfallen lassen. Ralf war meist an der Seite seines Milram-Kapitäns Erik Zabel geblieben, aber bei der Abfahrt vom Lautaret auf regennasser Straße schwer gestürzt. Dann nahm ihn Bert unter seine Fittiche, dessen Arbeit für die Mannschaft getan war. Unermüdlich redete er auf Ralf ein: "Halte durch!"

Beide stammen aus der Lutherstadt Wittenberg. Wie auch Uwe Raab, der 1983 in der Schweiz Straßen-Weltmeister der Amateure wurde. Das animierte den damals zehnjährigen Ralf, mit dem Radsport anzufangen. Schon kurz darauf schickten seine Trainer das Talent zur Sportschule beim Leipziger SC Dhfk. Vier Jahre später kam auch Bert dorthin.

Nach der Wende gehörte Ralf wie auch Jan Ullrich zur Truppe von Peter Becker, die zur RG Hamburg wechselte, während es Bert nach Köln verschlug. Dort trafen sich beide 1996/97 beim Team Cologna wieder. Vor sechs Jahren erhielt Bert einen Vertrag beim Schweizer Phonak-Team, während Ralf über Telekom und Wiesenhof Anfang 2006 bei Milram landete.

Ralf möchte bei seinem Tour-Debüt zu gern Erik Zabel noch zu einem Etappensieg verhelfen. Für Bert ist es die dritte Große Schleife, wie 2004 und 2005 will er auf jeden Fall Paris erreichen, natürlich am liebsten mit Landis im Gelben Trikot. Sollten beide die Champs-Elysees erreichen, würden sie wirklich Tour-Geschichte schreiben. Denn während Rudi Altig 1966 zu drei Etappensiegen fuhr, darunter auch im Finale von Paris, hatte Willi nach der 14. Etappe mit Magenproblemen aufgeben müssen.

© SID

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