Grand Slam-Turnier verlegt
US-Golfverbände wenden sich von Trump ab

Der nächste Schlag für Donald Trump. Der Golfverband PGA zieht nach dessen herabwürdigenden Äußerungen zu mexikanischen Einwanderern sein größtes Turnier von Trumps Golfplatz ab. Der neue Ort steht noch nicht fest.
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San FranciscoGute Mine zu bösem Spiel: Die Einigung über den Abzug des prestigeträchtigen „Grand Slam“-Turniers sei „einvernehmlich“ erfolgt und „im besten Interesse für alle Beteiligten“, betonten beide Seiten am Dienstag. „Angesichts der Kontroverse rund um Äußerungen von Herrn Trump in Bezug auf illegale Einwanderer aus Mexiko und anderen Ländern möchte Herr Trump nicht, dass seine Freunde bei der PGA of America irgendwelche negative Konsequenzen befürchten müssen“, begründete die Trump Corp. die Entscheidung. Das Turnier war für den 19. Oktober 2015 auf dem Trump National Golf Club in Los Angeles geplant. Ein neuer Austragungsort soll später bekanntgegeben werden.

Die Absage kommt nur einen Tag, nachdem der Sportsender ESPN sein ESPY Celebrity Golf Classic von dem Platz abgezogen hat. Noch Ende Juni hatte Trump in einem Interview mit dem „Golfchannel“ von einer „unglaublichen Unterstützung“ durch die Golfwelt gesprochen, denn „die wissen, dass ich recht habe.“ Nur Tage später veröffentlichten mehrere führende Golfverbände der USA eine gemeinsame Erklärung und distanzierten sich von Trump, der 15 Golfplätze in den USA betreibt.

Auslöser waren Bemerkungen Trumps auf seiner Antrittsrede als Kandidat für die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei. Unter anderem hatte er zum Thema illegale Einwanderung gesagt, Mexiko sende „problembeladene“ Menschen, die Verbrechen und Drogen in die USA brächten. Sie seien zudem „Vergewaltiger“.

Seitdem nehmen die politischen und wirtschaftlichen Nackenschläge kein Ende. Der spanische Sender Univision und der US-Kanal NBC verzichten auf die Ausstrahlung der von Trump organisierten Miss Universe-Show. Eine Show mit Trump als Moderator wurde eingestellt. Die einflussreiche Rennserie NASCAR verlegt ihr jährliches Galadinner zum Saisonende vom Trump National Doral Miami weg in ein anderes Resort. Die Kaufhauskette Macy’s lässt den Verkauf von Trumps Bekleidungsserie auslaufen.
In den USA und in Lateinamerika distanzieren sich immer mehr Politiker aus allen Lagern, der venezuelische Präsident Nicolas Maduro nannte den Immobilienmilliardär einen „Banditen“.
Doch der 69-jährige findet offenbar auch Unterstützung. In einer aktuellen Umfrage von CNN rangiert Trump bei republikanischen Wählern mit zwölf Prozent in der Popularität nur noch hinter dem Präsidentschaftskandidaten Jeb Bush mit 19 Prozent. Im Mai lag er noch abgeschlagen bei unter drei Prozent.
Trump selbst zeigt sich unnachgiebig. Er sieht die finanziellen Rückschläge als Preis, den man zu zahlen hat, wenn man unbequeme Wahrheiten anspricht: „Ich habe viel während dieses Wahlkampfs verloren, um die amerikanischen Bürger zu verteidigen“, erklärte er am Montag in einem Statement. „Macy's, NBC, Serta und Nascar haben die schwache und traurige Position bezogen politisch korrekt zu sein, obwohl sie Unrecht haben in Bezug darauf, was das Beste ist für Amerika.“

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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