Gretzky spricht klare Worte
Torflaute lässt Kanadier um „Operation Gold“ bangen

73 Schüsse, aber kein Treffer: Die längste Olympia-Torflaute seit 1984 lässt Kanadas Eishockey-Stars um das erneute Gelingen der "Operation Gold" bangen.

HB TURIN. Der Viertelfinal-Einzug steht trotz der 0:2-Niederlagen gegen die Schweiz und Finnland zwar fest. Doch vor dem Beginn der K.o.-Runde an diesem Mittwoch gilt die Millionärs-Truppe von Mannschaftsleiter Wayne Gretzky plötzlich nicht mehr als Top-Favorit, weil sie bislang nicht als Mannschaft auftritt.

"Das braucht seine Zeit - hoffentlich nicht zu viel, sonst sind wir draußen. Wir hatten einige gute Einzelleistungen, aber so gewinnt man keine Goldmedaille", sagte Kanadas Trainer Pat Quinn. Schon vor der sensationellen Niederlage gegen die Schweiz hatte Quinn davor gewarnt, sich in Turin nur auf das eigene Talent zu verlassen. Nach der Pleite gegen Finnland nahm er kein Blatt vor den Mund: "Ganz ehrlich: Wir haben irgendwie dämlich ausgesehen. Wir sind irgendwo hingelaufen, wo sonst niemand war, nach dem Motto: "Hier drüben bei mir ist alles klar, aber bei Dir nicht'", erklärte der Coach.

Der bislang letzte Treffer gelang Shane Doan zum 5:1 gegen die deutsche Auswahl am vorigen Donnerstag 34 Sekunden vor Schluss. Seitdem vergingen zwei Stunden ohne Tor - während die ausgeschiedenen DEB-Profis inzwischen fünf Mal trafen. "Besser jetzt als später", sagte Torjäger Joe Sakic zur Torflaute, gab aber zu: "Auch wenn wir müde waren - es gibt keine Entschuldigung." Torhüter Roberto Luongo warnte davor, die Nerven zu verlieren: "Es ist wichtig, nicht in Panik zu verfallen. Wir haben Jungs, die Tore schießen können." Stürmer Vincent Lecavalier räumte indes sein, der Frust sei groß. Als Aufbaugegner sollen am Dienstag zum Vorrundenabschluss ausgerechnet die Tschechen dienen, die den Kanadiern 2005 den WM-Titel entrissen.

Allerdings konnten die "Ahornblätter" auch vor vier Jahren in Salt Lake City zu Beginn nicht überzeugen. Zudem hat auch der Olympia- Zweite USA Schwierigkeiten mit dem Toreschießen, wie die 1:2- Niederlagen gegen die Slowakei und Schweden zeigten. Der 44 Jahre alte Kapitän Chris Chelios schob dies auf das uneffektive Überzahlspiel. Trainer Peter Laviolette forderte vor dem Viertelfinale gegen Finnland: "Wir müssen hungriger vor dem Tor werden." So wie der letzte Vorrundengegner Russland: Die "Sbornaja" ist mit 18 Treffern bisher die Olympia-Torfabrik - so wie früher.

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