Greuther Fürth geht nach Sportgericht-Urteil in die Berufung
Der Wettskandal erreicht die Spieler

Im Zusammenhang mit dem Wettbetrugs-Skandal ist am Freitag der erste Fußballspieler festgenommen worden. Steffen Karl vom Regionalligisten Chemnitzer FC wurde in Chemnitz mit Haftbefehl des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten verhaftet.

HB FRANKFURT/MAIN. Die zuständige Ermittlungsrichterin hat dem Spieler den Haftbefehl verkündet und die Vollstreckung der Untersuchungshaft angeordnet, teilte das Gericht mit. Gegen Karl besteht dringender Tatverdacht wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs, der versuchten Verbrechensabrede und Nötigung. Als Haftgrund wurde Verdunkelungsgefahr genannt.

Laut Amtsgericht sollte Steffen Karl in Absprache mit dem mitbeschuldigten und ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden Ante S. am 22. Mai 2004 im Spiel des SC Paderborn gegen den Chemnitzer FC durch ein Foulspiel im eigenen Strafraum Schiedsrichter Robert Hoyzer die Gelegenheit verschaffen, einen Elfmeter zu pfeifen. Das Spiel endete 4:0, es gab zwei Elfmeter für Paderborn, die allerdings nicht von Karl verursacht wurden.

Karls Festnahme erfolgte einen Tag, nachdem der bereits am Mittwoch festgenommene Zweitliga-Schiedsrichter Dominik Marks in Untersuchungshaft genommen worden war. Der Name Steffen Karl war von Duisburgs Torhüter Georg Koch Anfang Februar erstmals ins Spiel gebracht worden. Koch berichtete, dass sich vor der Partie seines Ex- Vereins Energie Cottbus gegen Jahn Regensburg ein Mann mit dem Namen "Steffen Karl" bei ihm gemeldet und ihm 20 000 ? für den Fall angeboten habe, dass er im Spiel gegen Regensburg (3:0) ein, zwei Mal den Ball ins Tor lasse. Koch, der das Angebot nach eigenem Bekunden ablehnte, betonte, dass er nicht wisse, ob es sich tatsächlich um den Fußballspieler Karl gehandelt habe.

Der 35 Jahre alte Karl spielt seit der Saison 2003/2004 beim Chemnitzer FC. Zuvor hatte er unter anderem bei Borussia Dortmund, Hertha BSC und dem FC St. Pauli unter Vertrag gestanden.

Die Spvgg Greuther Fürth wird indes nach dem vom DFB-Sportgericht abgewiesenen Einspruch gegen die Wertung des von Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer geleiteten Zweitliga-Punktspiels beim MSV Duisburg (0:1) in die Berufung gehen.

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