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Grönefeld will sich bei Navratilova viel abgucken

Nachdem für Anna-Lena Grönefeld im Einzel in Runde eins von Wimbledon Endstation war, kann die 21-Jährige im Doppel mit Martina Navratilova Geschichte schreiben. Die 48-Jährige peilt in London ihren 21. Titel an.

Zum Glück hielt Anna-Lena Grönefeld die e-Mail, die Anfang des Jahres in ihren Posteingang flatterte, nicht für einen schlechten Scherz oder gar Junk-Mail. Die Absender-Adresse war der damals 19-Jährigen unbekannt. Eine Martina N. fragte, ob sie Doppel mit ihr spielen wolle. "Ich war etwas durcheinander", erzählt Anna-Lena Grönefeld: "Ich kannte keine Martina N. Na ja, bis auf Martina Navratilova natürlich, aber ich dachte, das kann ja nicht sein."

Sechs Monate später jagt die lebende Tennislegende bei den 119. All England Championships an der Seite der jungen Deutschen ihren 21. Wimbledontitel, der sie zur alleinigen Rekordsiegerin vor Billy-Jean King machen würde. Am Montagnachmittag zogen Navratilova/Grönefeld mit einem 6:3, 6:3-Erfolg über Shinobu Asagoe/Katarina Srebotnik (Japan/Slowenien) bereits ins Viertelfinale ein.

"Ich kann so viel von ihr lernen."

Grönefeld musste nicht lange nachdenken, als das Angebot von Navratilova kam. "Ich habe mich natürlich gefreut", sagte sie: "Ich kann so viel von ihr lernen." Im Februar spielten sie im indischen Hyderabad erstmals zusammen, mussten jedoch wegen einer Knieverletzung von Anna-Lena Grönefeld im Viertelfinale aufgeben. Im April in Charleston war das Achtelfinale Endstation, die Wimbledon-Generalprobe in ´s-Hertogenbosch verlief mit dem Erreichen des Halbfinales deutlich erfolgreicher.

Jedenfalls haben die beiden Spaß aneinander gefunden und sich erstmals bis einschließlich der US Open zum gemeinsamen Spiel verabredet. "Wir passen auch ganz gut zusammen", meint die blonde Nordhornerin: "Ich kann von der Grundlinie sehr viel Druck machen, und Martina weiß natürlich am Netz genau, was sie tut. Da macht ihr niemand was vor." So hofft Grönefeld, auch im Hinblick auf ihre Einzelkarriere von der Erfahrung ihrer Partnerin zu profitieren. Über ihre peinliche Erstrundenniederlage gegen Jane O´Donoghue hat sie natürlich auch mit Martina geredet.

Navratilova spielt nicht nur zum Spaß

Mit inzwischen 48 Jahren könnte Navratilova ohne weiteres die Mutter von Anna-Lena Grönefeld sein, doch der Altersunterschied spielt keine Rolle, sagt Deutschland beste Spielerin: "Sie macht alles 100-prozentig, ist super-professionell und will immer gewinnen." Doppel ist keine Spaßveranstaltung für die große Navratilova, die den Wettbewerb auch 32 Jahre nach ihrem Profidebüt ernst nimmt: "Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig."

Dass sie sich Anna-Lena Grönefeld als Partnerin ausgesucht hat, adelt die Deutsche und zeigt, dass Navratilova ihrer Partnerin noch Einiges zutraut. Und die junge Deutsche hört gerne zu und nimmt Tipps an. "Martina ist super nett. Man kann sich ganz normal mit ihr unterhalten, und sie hat so viel Interessantes zu erzählen", sagt Grönefeld.

Die große Zeit noch nicht mitbekommen

Und wenn sie dann wie nach der Zweitrundenpartie gegen Denisa Chladkova/Virginie Razzano für ihre zwei Winner zum Matchgewinn mit einem freundschaftlichen Klaps auf den Rücken gelobt wird, dann tut das der jungen Anna-Lena auch gut: "Es ist natürlich schön, von so einer Legende Komplimente zu bekommen." Allerdings, gibt Grönefeld zu, an Spiele von früher, als Navratilova Wimbledon dominierte, kann sie sich nicht mehr erinnern. Sie respektiert sie deshalb für die Leistungen, die die "große alte Dame" noch heute auf dem Platz bringt - und das ist genau das, was Martina Navratilova will.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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