sonstige Sportarten
Grüschow bestätigt enge Kontakte mit Mohren

Der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Hans-Ludwig Grüschow, hat enge Kontakte mit Wilfried Mohren, dem wegen Betrugsverdachts inhaftierten Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), bestätigt.

Der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH), Hans-Ludwig Grüschow, hat im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) enge Kontakte mit dem wegen Betrugsverdachts inhaftierten Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, bestätigt.

Das habe sowohl für die Sporthilfe als auch für die Techem AG gegolten, deren Vorstandsvorsitzender Grüschow bis Ende März 1999 war, ehe er bis 2003 an die Spitze des Aufsichtsrates wechselte. Diese Zusammenarbeit habe sich stets auf rechtlich einwandfreier Basis abgespielt, soweit er damit befasst gewesen sei, betonte Grüschow.

Keine Erinnerung an Zusatzvereinbarung

An eine private Zusatzvereinbarung zwischen Techem und Mohren aus dem Jahr 1997 habe er keine Erinnerung: "Ich kenne einen solchen Vertrag nicht." Von 1997 bis 2005 sollen insgesamt 100 000 Euro von Techem an Mohren geflossen sein.

Er wolle allerdings nicht ausschließen, "dass so etwas über meinen Schreibtisch gegangen ist". Um dazu Stellung nehmen zu können, "muss der Vertrag auf den Tisch", sagte Grüschow Richtung Staatsanwaltschaft: "Wenn ich Vereinbarungen abgeschlossen habe, dann nur mit konkreten Gegenleistungen."

Mohren habe für die Sporthilfe zweimal die Verleihung der Goldenen Sportpyramide moderiert, aber mit ausdrücklicher Genehmigung des MDR-Intendanten. Auch die Techem AG habe besonderes Interesse an der Zusammenarbeit "mit Mohren wie vielen anderen bekannten Sportreportern" gehabt.

Normale Geschäftsbeziehungen

Das Unternehmen, Marktführer im Bereich Wärme-, Wasser- und Energienutzung, habe sich nach der Wende stark im Osten engagiert und sei deshalb als Sportsponsor an guten Kontakten zu den Fernsehanstalten interessiert gewesen, wie Grüschow erläuterte. Dies seien völlig normale Geschäftsbeziehungen "ohne doppelten Boden" gewesen.

Der seit Donnerstag bestehende Haftbefehl gegen Mohren beruht nach Informationen der Leipziger Volkszeitung (LVZ) auf fünf Vergehen "der Bestechlichkeit im besonders schweren Fall." Ralf Schamber, Sprecher der sächsischen Anti-Korruptionseinheit (Ines), hatte dem sid bestätigt, dass Mohren vorgeworfen wird, zwischen 1997 und 2005 insgesamt 150 000 Euro von Firmen als Gegenleistung für die Ausstrahlung bestimmter Sportsendungen kassiert zu haben. Schamber geht davon aus, dass Mohren in Untersuchungshaft bleibt.

© SID

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