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Haas bringt Deutschland zurück in die Weltgruppe

Tommy Haas hat das entscheidende fünfte Match der Daviscup-Relegation gegen Tschechien gewonnen und Deutschland zurück in die Weltgruppe geführt. Gegen Tomas Zib gelang dem Tennisprofi ein 6:7, 7:5, 6:2, 6:0-Erfolg.

Deutschland ist wieder erstklassig. Mit einem wahren Kraftakt hat Tommy Haas die deutsche Daviscup-Mannschaft zurück in die Weltgruppe geführt. Beim Play-off gegen Tschechien in Liberec gewann Haas das letzte Einzel gegen Tomas Zib mit 6:7 (3:7), 7:5, 6:2, 6:0 und holte damit den entscheidenden dritten Punkt. Nachdem er an den drei Tagen von Liberec insgesamt 14 Sätze und 10:26 Stunden auf dem Platz verbracht hatte, verwandelte der 27-Jährige am Sonntag um 20:41 Uhr den finalen Matchball für sein Team.

Den hatte zuvor auch Nicolas Kiefer auf dem Schläger gehabt, doch er verlor das bislang beste Daviscup-Match seiner Karriere nach 4:29 Stunden mit 7:6 (7:5), 3:6, 6:2, 4:6, 5:7 gegen Tomas Berdych. Trotz des so heiß ersehnten Wiederaufstiegs zwei Jahre nach dem Abstieg von Sundern stand Nicolas Kiefer die Enttäuschung darüber deutlich ins Gesicht geschrieben.

Kiefers Leistung reicht nicht zum Sieg

Mit rot umränderten Augen und belegter Stimme, das Basecap tief ins Gesicht gezogen, versuchte er, das Unfassbare zu beschreiben: "Wenn zwei, drei Punkte so ein Ding nach fast fünf Stunden entscheiden, macht einen das schon ein bisschen sprachlos." Alles hatte der 28-Jährige gegeben, er hatte, wie er selbst das gerne nennt, "sein Herz auf dem Platz gelassen", doch gegen einen "total abgewichst" spielenden Tomas Berdych reichte es an diesem Tag nicht.

Kiefer hatte zumindest am Freitag dafür gesorgt, dass Deutschland nicht schon früh aussichtslos in Rückstand geriet. Nach der Auftakt-Niederlage von Haas gegen Berdych glich der 28-Jährige Hannoveraner mit seinem Viersatzsieg gegen Zib zum 1:1 aus. Das Doppel legte am Samstag in einem spektakulären und hochspannenden Match mit dem 4:6, 7:5, 6:2, 2:6, 6:4 den Grundstein für einen deutschen Sieg, den Kiefer am Sonntag auf dem Schläger hatte, aber nicht perfekt machen konnte.

"Kiwi" teilweise vorgeführt

Das Match gegen Berdych begann alles andere als vielversprechend für die deutsche Nummer eins, Kiefer wurde phasenweise regelrecht vorgeführt. Zwei schnelle Breaks des Tschechen zum 3:2 und 5:2 schienen den ersten Satz bereits entschieden zu haben, doch Kiefer blieb cool. Punkt um Punkt holte er auf, schaffte das Rebreak zum 3:5 und den Anschluss zum 4:5, glich zum 5:5 aus und ließ sich auch im Tiebreak nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer Stunde hatte er den ersten Satz für sich entschieden.

Im zweiten Durchgang reichte Berdych ein Break zum 3:1, um den Satz mit 6:3 für sich zu entscheiden. Dabei spielten die beiden Kontrahenten jeden Punkt verbissen aus, am Ende hatte oft nicht der Bessere sondern der Glücklichere die Nase vorn. Kiefer entnervte seinen Gegner mit vielen kleinen Mätzchen, endlos lange bereitete er sich auf jeden Aufschlag vor, ließ sich immer wieder andere Bälle oder das Handtuch reichen und diskutierte viel und gerne mit Schieds- und Linienrichtern.

Psycho-Spielchen

Seine Psycho-Spielchen blieben nicht ohne Wirkung, ein frühes Break zum 2:0 reichte zum Gewinn des dritten Satzes. Im vierten Durchgang machte er das erste Break zum 3:4 noch wett, konnte dann aber das zweite zum 4:5 nicht mehr kontern und ermöglichte Berdych damit den Satzausgleich.

Unter dem Strich ließ Kiefer zu viele Chancen ungenutzt, und obwohl Berdych ganz offensichtlich Probleme mit dem Spiel seines Gegners hatte, konnte dieser daraus kein Kapital schlagen. Das rächte sich im fünften Satz, als Berdych mit dem Break zum 6:5 die Entscheidung zu seinen Gunsten einleitete.

Die deutschen Hoffnungen ruhten also auf Tommy Haas, und der 27-Jährige, schon in den ersten Jahren seiner Daviscup-Karriere der zuverlässige Garant für große Spiele und wichtige Siege, hielt dem großen Druck stand. Gegen den kleinen Dauerläufer Tomas Zib fand Haas zwar nur schwer ins Match, doch obwohl er körperlich nicht mehr hundertprozentig auf der Höhe war, rang er seinen Gegner mit den besseren spielerischen Qualitäten nieder.

© SID

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