sonstige Sportarten
Hacker greift nach Edelmetall

Mit dem Einer-Finale, bei dem der frühere Weltmeister Marcel Hacker Medaillenchancen hat, startet die Flotte des Deutschen Ruderverbandes (DRV) am Samstagmorgen die Jagd nach Edelmetall bei der WM in Gifu.

Marcel Hacker macht am Samstag den Anfang und soll den Medaillenregen der deutschen Ruderer bei den Weltmeisterschaften im japanischen Gifu eröffnen. Der Deutsche Ruderverband schickt insgesamt zehn Boote in die 14 olympischen Finals und stellt damit die größte Flotte aller Nationen. Für den Höhepunkt soll am Sonntag (6.30 Uhr Mesz) der Deutschland-Achter sorgen, dem der erste WM-Titel seit zehn Jahren winkt.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit und gefühlten 45 Grad Celsius am zweiten Halbfinaltag schafften beide leichten Doppelzweier, der leichte Vierer ohne Steuermann und der Männer-Doppelvierer auf dem Nagara-Fluss den Sprung ins Finale.

Acht realistische Medaillenchancen

"Wir haben acht realistische Medaillenchancen. Von jeder Farbe ist etwas möglich", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller. Vor allem die Leichtgewichte Marie-Louise Dräger (Rostock) und Daniela Reimer (Potsdam) gelten nach dem souveränen Sieg am zweiten Halbfinaltag als Favoritinnen auf die Goldmedaille.

Die Goldspur legen könnten am Samstag Christian Schreiber und Rene Burmeister (Halle/Rostock) im Doppelzweier. Aussicht auf eine Medaille hat zuvor auch Marcel Hacker, der als erster deutscher Athlet aufs Wasser muss. Ob es für den Einer-Weltmeister von 2002 allerdings erneut zum Titel reicht, scheint angesichts der starken Konkurrenz unwahrscheinlich.

Olympiasieger Tufte im Einer favorisiert

Der Sieg dürfte nur über Titelverteidiger und Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) sowie Senkrechtstarter und Weltcup-Gewinner Ondrej Synek (Tschechien) führen. Hackers Trumpf aber ist, dass er befreit rudern kann. Mit dem Einzug ins Finale hat der 28-Jährige einen erneuten Rückschlag wie 2004 beim olympischen Halbfinal-Aus in Athen verhindert und seine Ausnahmeposition im deutschen Skiffbereich untermauert.

Einzig die enorme Hitze und schwüle Luft machen dem Neu-Frankfurter zu schaffen. "Ich bin ein Sonnenmensch. Aber das hier ist sogar mir zu viel", sagte der Modellathlet. Trost spendet die Tatsache, dass alle Ruderer gleichermaßen unter dem Wetter leiden.

Edelmetall winkt dem DRV besonders am Sonntag, wenn der Frauen-Doppelvierer mit der viermaligen Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) an Bord sowie der Deutschland-Achter ins Rennen gehen. Beide Boote gelten als Anwärter auf den WM-Titel.

Achter so stark wie lange nicht mehr

Das größte Renommee für den Rudersport in Deutschland würde sicher eine Wiederholung des letztmaligen Achter-Triumphs von 1995 bedeuten. Selten zuvor war die Physis der Truppe so stark wie in diesem Jahr. Alle acht Ruderer erzielten in der WM-Vorbereitung auf dem Ergometer Zeiten von unter sechs Minuten.

Das beeindruckt sogar den alten Hasen Peter Thiede, der seit 1993 als Steuermann des deutschen Flaggschiffs mit ihm Boot sitzt. "Ich erwarte, dass wir eine Medaille gewinnen. Außerdem wird es mal wieder Zeit für Gold", sagte Thiede.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%