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Hacker spurtet in München zum Sieg

Nach einer zwei Jahre langen Durststrecke konnte Marcel Hacker endlich einmal wieder einen Weltcup-Sieg bejubeln. In München spurtete der Ex-Weltmeister im Einer-Finale auf Rang eins. Kein Glück hatte der Achter.

Marcel Hacker riss die Arme nach oben, strahlte von einem Ohr zum anderen und zeigte mit beiden Daumen auf sich selbst. Der Ex-Weltmeister genoss die Aufmerksamkeit bei der Siegerehrung nach dem Ende einer zweijährigen Durststrecke in vollen Zügen. Erstmals seit Juli 2003 in Luzern stand Hacker bei einem wichtigen internationalen Rennen, dem Ruder-Weltcup in München, wieder ganz oben auf dem Treppchen.

"Das ist eine innere Genugtuung für mich", sagte der 28-Jährige, der durch den Sieg mit 14 Punkten die Weltcup-Führung vom dem tschechischen Eton-Sieger Ondrej Synek (13) übernahm. 300 Meter vor dem Ziel hatte Hacker (7:17,70 Minuten) zum Schlussspurt angesetzt und den Neuseeländer Mahe Drysdale (7:18,83) sowie den lange führenden Synek (7:22,37) auf die Plätze verwiesen. Abgeschlagen landete Olympiasieger Olaf Tufte auf Rang vier.

Nur Rang drei für den Achter

"Hacker hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet", sagte Sportdirektor Michael Müller vom Deutschen Ruderverband (DRV). Der Olympiasiebte drängte sich durch den Sieg in die Favoritenrolle für das Weltcup-Finale auf dem Rotsee in Luzern (8. bis 10. Juli) und die Weltmeisterschaften in Japan (28. August bis 4. September). Der interne Ausscheidungskampf mit Robert Sens (Berlin) um den WM-Startplatz im Einer scheint Hacker bereits für sich entschieden zu haben.

Der Deutschland-Achter erlitt unterdessen den ersten Rückschlag. Die in dieser Saison zuvor ungeschlagene Mannschaft von Bundestrainer Dieter Grahn verschlief den Start und musste sowohl Italien als auch Russland den Vortritt lassen. "In der Phase des Neuaufbaus gehört so etwas dazu. Wir sind nie ins Rennen gekommen und haben heute gemerkt, dass der Erfolg kein Selbstläufer ist", sagte Grahn.

Erster Erfolg für den Doppelzweier Schreiber/Burmeister

Im Gegensatz zum Erfolg in Eton litt das Rennen des deutschen Großbootes um Schlagmann Andreas Penkner (Radolfzell) unter dem schwachen Start. Die Italiener nahmen den Deutschen bereits auf den ersten zehn Schlägen die entscheidenden Meter ab. "Unser Start war nicht so wie wir ihn kennen. Die Italiener waren aggressiver als wir", sagte Grahn. Im Weltcup liegt der Achter (13 Punkte) jetzt hinter Italien (14) auf Platz zwei.

Einen Überraschungserfolg landete der Doppelzweier mit Christian Schreiber (Halle/Saale) und Rene Burmeister (Rostock), die ihren ersten Weltcup-Erfolg feierten und die Enttäuschung des nicht für das Finale qualifizierten Doppelvierers wettmachten.

Silbermedaillen gingen jeweils an die leichten Doppelzweier mit Jörg Lehnigk/Manuel Brehmer (Ratzeburg/Berlin) und überraschend auch Berit Carow/Laura Tasch (Neumünster/Würzburg). Auch der leichte Vierer ohne Steuermann mit Bastian Seibt (Hamburg), Stephan Mlecko (Essen), Matthias Veit (Mannheim) und Axel Schuster (Berlin) gewann Silber. Bronze holten Christiane Huth und Britta Oppelt (Potsdam/Berlin) im Doppelzweier.

Müller: "Es war richtig, an unserem Konzept festzuhalten"

Der neuformierte Frauen-Achter um die Rostocker Schlagfrau Nicole Zimmermann enttäuschte mit Platz fünf. Peggy Waleska gewann im Skiff das B-Finale und sorgte für einen versöhnlichen Abschluss. Die Dresdnerin war im Weltklasse-Einerfeld im Halbfinale knapp am Endlauf vorbeigerudert. Für den WM-Startplatz bleibt die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam), die auf München verzichtete, erste Wahl des DRV.

"Wir haben jungen Leuten die Chance gegeben, sich schon jetzt für das große Ziel Peking 2008 zu empfehlen. Ihre Leistungen haben gezeigt, dass es richtig war, an unserem Konzept festzuhalten", sagte Müller, der intensive Arbeit bis zur WM in Japan ankündigte. Im Gesamtweltcup übernahm Abonnementsieger Deutschland mit 98 Punkten die Führung vor Großbritannien (77) und Italien (46).

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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