Haien ist die Kölnarena zu teuer
Auf dem kalten Boden der Tatsachen

Den Haien ist die Kölnarena zu teuer. Sie liebäugeln mit einem Umzug in die neue Halle der Basketball-Kollegen

KÖLN. Wenn die Kölner Haie am Dienstagabend die Adler Mannheim zum Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) empfangen, freut das finanziell betrachtet Ralf Bernd Assenmacher sehr und Thomas Eichin nur ein wenig. Denn von der erwarteten Besucherzahl von rund 12 500 Zuschauern profitiert vor allem Assenmacher als Geschäftsführer der Kölnarena. Neben der pro Spiel fälligen Hallenmiete von 50 000 Euro fließen auch sämtliche Einnahmen aus dem Catering und 25 Prozent der Merchandising-Erlöse in die Kassen von Europas größter Multifunktionshalle.

Das sieht der zehn Jahre gültige Nutzungsvertrag vor, den Haie und Kölnarena 1998 geschlossen haben. „Kostendeckung erreichen wir erst ab rund 10 000 Zuschauern“, sagt Haie-Geschäftsführer Eichin. Eine ähnlich ungünstige Einnahmeverteilung beklagen in der DEL neben Köln nur die Hamburg Freezers, die ebenfalls knapp ein Viertel ihres Saisonetats in den Betrieb der Spielstätte investieren. Deswegen kommt den Haien jetzt gerade recht, dass eine Investorengruppe um Walter Pütz und den Kölner Musik- und Eventmanager Bernd Odenthal die Vorarbeiten für den Bau einer neuen Großarena abgeschlossen hat, die im Frühjahr 2008 in der an Köln angrenzenden Stadt Hürth fertig gestellt sein soll.

Pütz ist Geschäftsführer des deutschen Basketball-Meisters RheinEnergie Köln, der seine Heimspiele bislang im 3 200 Zuschauer fassenden Energy Dome austrägt. Weder erfüllt diese Halle die Ansprüche des ambitionierten Klubs, noch die Voraussetzungen für den internationalen Spielbetrieb, der bislang vorrangig in Düsseldorf abgewickelt wird. Darüber hinaus soll der auf einem stillgelegten Fabrikgelände angesiedelte Dome 2008 ohnehin abgerissen werden. Die Basketballer befinden sich also im Zugzwang - und buhlen um die Haie, ihnen in die neue Halle zu folgen. „Uns liegt ein attraktives Angebot vor“, bestätigt Eichin.

Gehen oder bleiben - eine Entscheidung seitens des Eishockey-Klubs wird noch in diesem Jahr fallen. Denn folgen die Haie dem Ruf der Basketballer, muss die Kapazität der „Sporthalle Hürth“ von ursprünglich geplanten 7 000 auf bis zu 11 000 Zuschauern anwachsen, um den Bedürfnissen der Haie zu entsprechen, deren derzeitiger Besucherschnitt 11 976 beträgt.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hält die Umzugspläne des KEC für „mehr als eine Drohgebärde“, um bei den Verhandlungen über den mit Saisonende 2007/2008 auslaufenden Mietvertrag mit der Kölnarena bessere Bedingungen zu erzielen. Er sagt: „Die Haie meinen es ernst. Wenn die Prüfung ergibt, dass ein Umzug wirtschaftlich Sinn macht, werden sie diesen vollziehen.“

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