Halbfinalsieg gegen Frankreich
Deutsche Handballer WM-Traum ganz nah

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft kann den Traum vom Wintermärchen wahr werden lassen. In einem Handball-Krimi sondergleichen bezwang das Team von Bundestrainer heiner Brand am Donnerstag im Halbfinale in der Kölnarena zum zweiten Mal in diesem Turnier Europameister und Topfavorit Frankreich und brachte die Kölnarena zum Beben. Es war ein Drama in drei Akten, denn das Ergebnis stand nicht etwa nach regulärer Spielzeit, sondern erst nach zweimaliger Verlängerung fest..

HB KÖLN. Dank eines 32:31 (27:27, 21:21; 11:12)- Erfolgs gegen den Europameister in einem an Spannung kaum zu überbietenden Halbfinale darf weiter vom dritten WM-Gold nach 1938 und 1978 träumen. Es war ein Drama in drei Akten, denn das Ergebnis stand nicht etwa nach regulärer Spielzeit, sondern erst nach zweimaliger Verlängerung fest.

"Wenn man das hier erlebt, gibt es nur noch ein Ziel", sagte Kapitän Markus Baur, der mit seinem verwandelten Siebenmeter 65 Sekunden den euphorisch gefeierten Schlusspunkt unter den zweiten Sieg gegen Frankreich binnen fünf Tagen gesetzt hatte. Im finalen Spiel am Sonntag heißt der Gegner ebenfalls in Köln Polen, das den Deutschen in der Vorrunde die einzige Niederlage zugefügt hatte. Die Osteuropäer setzten sich am Abend in Hamburg ebenfalls nach zweimaliger Verlängerung mit 36:33 gegen Island durch. Das bronzene "Sommermärchen" der deutschen Fußballer haben die Handballer schon jetzt getoppt.

"Wir haben eine sensationelle Truppe. Das war Kampf, Herz und sich durchbeißen", sagte der vom Spiel der Nerven gezeichnete Brand. "Damit konnten wir vor zwei Wochen nicht denken. Ich habe es genossen; auch wenn man nicht sagen kann, dass wir spielerisch besser waren." Der Magdeburger Abwehrchef Oliver Roggisch atmete erleichtert auf: "Wir waren eigentlich schon weg. Das war wie Karussell fahren." Und der 78er Weltmeister Peter Meisinger meinte: "Sensationell was die Buben geleistet haben."

Mit einer neuerlichen Energieleistung kämpfte der WM-Gastgeber die Franzosen nieder, die schon in der Hauptrunde vor fünf Tagen mit 26:29 das Nachsehen gehabt hatten. In der Revanche für das Halbfinale bei der EM 2002 fehlte der deutschen Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit lange die nötige Treffsicherheit. Doch der Gegner konnte diese Schwäche nicht nutzen und musste fünf Sekunden vor dem Ende den Ausgleich durch den Lemgoer Kapitän Markus Baur hinnehmen, der nach auskurierter Wadenzerrung wieder mitmachen konnte und dank seiner Nervenstärke die Verlängerung buchte.

Vor den Augen von Bundespräsident Horst Köhler und den 19 000 enthusiastischen Zuschauern in der abermals ausverkauften Kölnarena stand die Partie auch in der Nachspielzeit auf des Messers Schneide. Köhler war fünf Tage nach dem Hauptrundensieg gegen Frankreich (29:26) schon zur Halbzeit trotz des Rückstandes schier aus dem Häuschen. "Diese Mannschaft ist einfach toll. Ich kann kaum an mich halten", schwärmte er. "Wir gewinnen mit einem Tor Unterschied", mutmaßte er - und sollte Recht behalten. Doch erst als der nervenstarke Baur 65 Sekunden vor dem Ende der zweiten fünfminütigen Verlängerung mit einem Siebenmeter die 32:31-Führung schaffte und der zum Mann des Spiels gewählte Fritz abermals sensationell hielt, war der Handball- Krimi mit einem Happy End vorbei.

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