Hamburg-Votum – ein Kommentar: Es sind die Kosten

Hamburg-Votum – ein Kommentar
Es sind die Kosten

Die Pro-Olympia-Kampagne hat eigentlich alles richtig gemacht, doch die Abstimmung um die Hamburger Bewerbung wurde für die Befürworter trotzdem zum Debakel. Der Grund liegt auf der Hand. Ein Kommentar.
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HamburgEigentlich hatten sie eine bis zum Sommer eine fulminante Ja-Stimmung erwartet. Doch die Hamburger Bürger stoppen die Bewerbung ihrer Stadt um Sommerspiele 2024.

Und das liegt nicht an Flüchtlingen, dem DFB-Skandal oder Paris. Der Stimmungsumschwung lässt sich auf den 8. Oktober datieren. Damals legte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) seinen Finanzreport vor. Und der kam auf Kosten von 7,4 Milliarden Euro für den Steuerzahler – deutlich mehr als ursprünglich gedacht. Schon bei der Pressekonferenz im Rathaus sorgte das im Oktober für ungläubige Minen.

Der Bund weigerte sich prompt, den für ihn vorgesehenen Zuschuss von 6,2 Milliarden Euro freizugeben. Die Entscheidung sollte auf das kommende Jahr vertagt werden. Denn eigentlich wollte der Bund höchstens zwei Drittel zugeben – doch da rechnete man noch mit etwa der Hälfte der Kosten. Scholz hingegen rechnete die Kosten großzügig – samt Inflationsreserve und Risikopuffer. Das sollte Olympia von Projekten wie der Elbphilharmonie und den Flughafen BER absetzen – und frühzeitig Geld aus Berlin sichern.

Das belastete die Diskussion um Olympia in Hamburg – obwohl es eine breite Koalition aus SPD, CDU, Grünen und FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft pro Olympia gab. Es tat sich eine wachsende Lücke auf zwischen der Politik und den Bürgern. Dabei waren die Gegner kaum organisiert.

Die Pro-Kampagne machte eigentlich alles richtig, band viele Interessengruppen ein, weckte Emotionen mit großen Veranstaltungen, überzeugte in kleinen Diskussionen. Nur die enormen Kosten für das Sportfest ließen sich nicht wegdiskutieren. Das Geld, mit der die Politik große Räder mit dem Umbau einer ganzen Elbinsel drehen wollte, wollen die Steuerzahlen lieber sparen.

Das zeigt auch die letzte Forsa-Umfrage im Auftrage des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Die Bürger störten sich kaum an Korruption oder meinten, das Geld sollte lieber an Flüchtlinge gehen. Nein, die hohen Kosten als solche nannten die meisten als Ablehnungsgrund.

Auch schon bei Stuttgart 21 oder dem Flughafen BER zeigt sich: Die Politik ist versessener auf milliardenschwere Großprojekte die Bürger. Für die Zukunft heißt das: Für das Megaprojekt Olympia in Deutschland wird es schwierig. „Offenbar passen der Olympische Gedanke und Deutschland derzeit nicht zusammen“, sagte Sportfunktionär Alfons Hörmann am Sonntagabend.

Doch es ist nicht der Geist der Spiele, sondern die regelmäßige Kostenorgie, die die Bürger abschreckt. Nach der Ablehnung in erst in München und jetzt auch in Hamburg – trotz besserer Kampagne – ist kaum denkbar, dass für 2028 Berlin ins Rennen geht. Und das ist aus Sicht der Steuerzahler auch gut so.

Vorbild ist jetzt Los Angeles: Die Stadt will ohne Steuermittel auskommen bei Olympia 2024. Das wäre ein gutes Signal an die Welt.

Kommentare zu " Hamburg-Votum – ein Kommentar: Es sind die Kosten"

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  • Ein schönes Beispiel, wie man die Katastrophen und Unfähigkeiten/Gier der Politik und deren Profiteure STEUER-Verschwendungen verhindern kann ! Die VERNUNFT in Hamburg ist stärker, gut so !!!

  • @ Linus Freiherr von Stettin

    Was sind Sie für ein aufgeblasener Vogel. Wenn ich Ihren Worten folge, so möchten Sie gern das 3-Klassen-Wahlrecht wieder einführen. Natürlich verbunden mit allen Vorteilen für Sie als verarmter Landadel. Wir leben aber zum Glück nicht mehr in der Kaiserzeit. Nur Sie haben offenbar den Schuß nicht gehört !

  • Hätten wir Volksabstimmungen wie in der Schweiz, welche ja unter anderem von der AfD gefordert werden, hätten wir keinen Euro, keine Griechenrettung und auch keine "Schwemme von illegal Einreisenden".
    Tipp und andere Sauereien wären dann auch nicht machbar, GEZ würde abgeschafft und die Politikkasper endlich dazu gezwungen auf die Wünsche des Volkes zu hören.
    (...)

     
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