Handball Bundesliga
Baur will mehr Deutsche in der Bundesliga

Nationalmannschafts-Kapitän Markus Baur plädiert für die Einführung einer Quote für deutsche Spieler in der Handball-Bundesliga. "Unsere Erfolge der letzten Jahre stehen auf einem wackligen Fundament", sagte Baur.

Der Kapitän der Handball-Nationalmannschaft, Markus Baur, macht sich für die Einführung einer Quote für deutsche Spieler in der 1. Liga stark. "Die Bundesliga ist dafür verantwortlich, dass deutsche Talente ihren Weg nehmen. Für unsere Talente, die immerhin zweimal Europameister waren, wird es immer schwieriger", sagte der 36-jährige Baur im kicker und kritisierte gleichzeitig die Vereine: "Es ist doch ein Witz, dass sich noch nicht mal eine Quote von vier deutschen Spielern pro Kader verabreden lässt, die Jahr für Jahr auf sieben steigen soll."

"Erfolge auf wackeligem Fundament"

Baur, der nach der Saison vom TBV Lemgo zum neunmaligen Schweizer Meister Pfadi Winterthur wechselt, warnte vor den Folgen der Sturheit vieler Klubs. "Unsere Erfolge der letzten Jahre stehen auf einem wackligen Fundament", sagte der Rückraumspieler, der den Boom nach dem Gewinn des WM-Titels als optimale Basis für eine Entwicklung sieht. Baur: "Wir müssen uns dringend Gedanken machen, wie wir da als Sportart mitwachsen können."

Auch Bundestrainer Heiner Brand hatte immer wieder die Einführung einer Quote für deutsche Nachwuchsspieler gefordert, war mit seinen Vorschlägen bei den Erstliga-Klubs aber mehrfach gescheitert.

Manager Uwe Schwenker vom Champions-League-Sieger THW Kiel untermauerte die Haltung der Bundesliga und sieht keinen Bedarf für eine Quote. "Wir sind nicht ohne Grund Weltmeister geworden. Dagegen stürzte in den 80er Jahren das Nationalteam mit nur einem Ausländer pro Team in die C-Klasse ab", sagte Schwenker dem kicker. Eine Quotierung sei ohnehin nur als "Gentlemens Agreement" zwischen den Vereinen möglich, aber juristisch nicht haltbar.

© SID

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