Handball Bundesliga
Die Jagd auf Serienmeister THW Kiel kann beginnen

Nach vier Titeln in Folge gilt der THW Kiel auch für die heute beginnende Saison der Handball-Bundesliga als Favorit. Doch die Konkurrenz aus der Nachbarschaft hat aufgerüstet.

Neue Saison, altes Spiel: Wenn die Handball-Bundesliga heute in ihre 43. Spielzeit startet, jagen alle wieder nur Serienmeister THW Kiel. Der gilt nach dem Abgang von Erfolgstrainer Noka Serdarusic auch mit dem neuen Coach Alfred Gislason als heißester Titelanwärter und könnte sogar das Kunststück schaffen, als erster Verein der Bundesliga-Geschichte zum fünften Mal in Folge die Meisterschale zu gewinnen.

Mit 7,8 Mill. bringen die Kieler auch den höchsten Etat der Liga auf, doch die Konkurrenz hat gehörig aufgerüstet, und nicht wenige sehen die Nachbarn aus dem Norden mindestens gleichauf. "Der Titel führt nur über den HSV Hamburg. Was der alles geholt hat, ist vom Feinsten", sagt auch THW-Manager Uwe Schwenker. Die Hochkaräter Blazenko Lackovic, Marcin Lijewski, Nicklas Grundsten und Arne Niemeyer stehen nun auf der Gehaltsliste des HSV, wo man zudem noch auf die Rückkehr der Rekonvaleszenten Oleg Velyky und Pascal Hens wartet.

Erster Vergleich geht an Kiel

Beim Supercup am Wochenende in München war das neue Gesicht der Mannschaft allerdings auch noch das Problem: Die eingespielten Kieler waren gegen ein HSV-Team, das nach Olympia erst zwei gemeinsame Trainingseinheiten absolviert hatte, klar überlegen und sicherten sich schon mal den ersten Titel der Saison.

Schwenker sieht zudem die ebenfalls prominent verstärkten Rhein-Neckar Löwen ganz oben dabei. Dort glaubt man die Konkurrenz freilich noch etwas stärker. "Der THW und der HSV sind gleichauf. Beide sind uns noch ein Jahr voraus", sagt Löwen-Manager Thorsten Storm. Auch der Vorjahreszweite SG Flensburg-Handewitt oder mit Abstrichen der TBV Lemgo gelten als Teams, die den Topplatz angreifen können.

Zwei Aufsteiger und ein Altmeister müssen kämpfen

Insgesamt bleibt die Liga aber eine Drei-Klassen-Gesellschaft mit Champions-League-Klubs, großem Mittelfeld und Abstiegskandidaten. Am meisten zittern müssen in diesem Jahr wohl die Aufsteiger Bayer Dormagen und Stralsunder HV sowie erneut Altmeister Tusem Essen. Teilhaben wollen aber alle weiter am Handball-Boom, denn trotz der Olympia-Pleite der Weltmeister von Heiner Brand peilt die Liga in diesem Jahr den nächsten Besucherrekord an.

"Der Absturz in Peking wird sich nicht negativ auf die Bundesliga auswirken. Es wird keinen Imageverlust geben", sagt Uwe Schwenker, der sicher ist, dass die bisherige Traumgrenze von 1,5 Mill. Besuchern in den 18 Liga-Hallen geknackt werden kann. Allein die Rhein-Neckar Löwen wollen ihren Zuschauerschnitt erstmals über 10 000 heben, der HSV ist kurz davor, den Vereinsrekord von 5 000 verkauften Dauerkarten zu brechen.

Überhaupt werden die Zahlen in der Handball-Bundesliga immer größer. Für die Dienste von Alfred Gislason sollen die Kieler rund 750 000 Euro an dessen bisherigen Arbeitgeber VfL Gummersbach überwiesen haben. Flensburg blätterte für Rückraumstar Alen Muratovic aus Montenegro eine hohe sechsstellige Ablösesumme hin.

Göppingen und Gummersbach machen den Auftakt

Frei von Risiko ist das alles nicht. Löwen-Manager Storm sagt: "Von 18 Bundesliga-Klubs kämpfen zehn wirtschaftlich ums nackte Überleben." Zuletzt hatte es von EHF-Pokalsieger HSG Nordhorn besorgniserregende Nachrichten gegeben, als Spieler von fehlenden Gehältern berichteten.

Das Fernsehen ist der Liga treu geblieben. Das DSF zeigt weiter ausgesuchte Live-Spiele, so auch den heutigen Liga-Auftakt (20.15 Uhr) mit dem Duell der Altmeister mit dem Duell der Altmeister Frisch Auf Göppingen gegen den VfL Gummersbach. Alle anderen Teams greifen am Mittwoch erstmals ins Geschehen ein.

© SID

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