Handball Bundesliga
Flensburg übernimmt Tabellenführung

Meister THW Kiel hat durch ein 33:33-Remis gegen HSV Hamburg die Bundesliga-Tabellenführung verloren. Von dem Ausrutscher profitierte die SG Flensburg-Handewitt, die durch ein 27:23 bei MT Melsungen an die Spitze rückte.

Eine Woche nach dem WM-Triumph der Nationalmannschaft stand auch die Handball-Bundesliga noch ganz im Zeichen von schwarz-rot-gold - und mittendrin sorgte Weltmeister Pascal Hens mit einer Galavorstellung fast im Alleingang für weitere Spannung. Der 26-Jährige hatte mit elf Treffern den größten Anteil am 33:33-Unentschieden seines HSV Hamburg bei Meister THW Kiel, der die Tabellenführung damit an den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt abgeben musste. Denn die Flensburger nutzten die Gunst der Stunde, verbuchten einen 28:23-Erfolg bei MT Melsungen und liegen mit 33:5 Zählern nun vor dem THW (32:6).

"Wir sind glücklich über die Tabellenführung, das gibt uns zusätzliche Kraft", meinte SG-Trainer Kent-Harry Andersson und gab zu: "Vor dem Spiel hatten wir schon ein bisschen Angst, denn viele unserer Spieler waren ja bei der WM im Einsatz." Und fast hatte es den Anschein, als sei die WM auch am Wochenende noch im Gange, nicht nur in Kiel erinnerten tausende Deutschland-Fahnen mehr an ein Länderspiel als an den grauen Bundesliga-Alltag.

Auch Magdeburg hält Kontakt nach oben

Dabei hat auch die Bundesliga derzeit Krimi-Potenzial, denn selten war die beste Liga der Welt so ausgeglichen wie in diesem Jahr. Hinter dem Spitzenduo aus Flensburg und Kiel liegen auch Rekordmeister VfL Gummersbach, der bereits am Freitag den Wilhelmshavener HV 39:26 bezwungen hatte, mit 31:7 Zählern sowie der SC Magdeburg (30:6) und der HSV (30:8) noch aussichtsreich im Meisterrennen. Der SCM mit den Weltmeistern Johannes Bitter und Oliver Roggisch, die wie ihre Kollegen am Samstagabend im ZDF-Sportstudio noch einmal vom großen WM-Triumph berichteten, kam am Sonntag zu einem 34:30 (18:14)-Erfolg beim TuS N-Lübbecke.

In der ausverkauften Ostseehalle erwischte Pascal Hens unter den Augen von Kiels immer noch verletztem Nationaltorhüter Henning Fritz einen Sahnetag. Auch sein Weltmeister-Kollege Torsten Jansen war mit sechs Treffern und hundertprozentiger Wurfausbeute wieder obenauf. "Pascal wurde in den letzten Tagen oft beim Feiern gezeigt. Aber er nimmt seinen Job sehr ernst und ist bestimmt nicht nur der Feierkönig", meinte HSV-Trainer Martin Schwalb.

Christiansen trifft elf Mal für Flensburg

Hens selbst erklärte ganz cool, den Schwung der WM einfach nur mitgenommen zu haben "Wir wollen jetzt ganz nach oben. Wenn das dieses Jahr noch nicht klappt, dann versuchen wir es im nächsten eben wieder." Auf Kieler Seite traf Weltmeister Christian Zeitz zwar viermal, Linksaußen Dominik Klein scheiterte aber gleich bei mehreren Großchancen und ging leer aus. "Auch das Publikum war aber wohl etwas müde. Ich hätte mir etwas mehr Unterstützung gewünscht", sagte Kiels Manager Uwe Schwenker.

Den Platz an der Sonne nehmen erstmal wieder die Flensburger ein, Ende des Jahres noch Derby-Verlierer in Kiel. WM-Bronzegewinner Lars Christiansen war mit elf Treffern bester Werfer der SG, dazu glänzte Torwart Jan Holpert.

Erfolgreiches Trainerdebüt für Zerbe in Lemgo

Von der Weltmeisterschaft zum Bundesliga-Mittelmaß ging es am Wochenende für die Profis vom TBV Lemgo und Göppingens Spielmacher Michael Kraus mit vier Toren beim 30:25-Erfolg von Altmeister Frisch Auf gegen GWD Minden. Für die Lemgoer feierte Ex-Nationalspieler Volker Zerbe ein erfolgreiches Trainerdebüt. Nach zuletzt 2:12 Punkten und der Entlassung von Volker Mudrow kam der TBV zu einem 35:25-Erfolg gegen die HSG Düsseldorf.

Bei Lemgo fehlte Nationalmannschafts-Kapitän Markus Baur, dessen bei der WM erlittener Muskelfaserriss noch nicht ausgeheilt ist. Wie lange er pausieren muss, ist offen. Die Weltmeister Christian Schwarzer (4), Florian Kehrmann (3) und Sebastian Preiß (2) trugen sich in die Torschützenliste ein, mussten sich aber nicht komplett verausgaben.

© SID

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