Handball Bundesliga
Gummersbach gratuliert Kiel zur Meisterschaft

Der THW Kiel marschiert in der Handball-Bundesliga Richtung Meisterschaft. Nachdem die "Zebras" auch beim VfL Gummersbach siegten, gratulierten die unterlegenen Kontrahenten den Nordlichtern bereits zum Titel.

Eine Woche nach dem 54:34-Rekordsieg der Handballer des THW Kiel über den SC Magdeburg haben sich die "Zebras" vor 19 250 Zuschauern in der Kölnarena auch gegen den Verfolger VfL Gummersbach keine Blöße gegeben. Der 34:32-Erfolg über den Rekordmeister bedeutet einen klaren Schritt Richtung Titelgewinn für die Schleswig-Holsteiner, denen die Konkurrenz bereits vorzeitig zum Gewinn der deutschen Meisterschaft gratulierte.

"Nur wenn die SG Flensburg-Handewitt in Kiel gewinnt, bleibt das Titelrennen offen. Und mit seinen spielerischen Qualitäten kann für den THW der Traum vom ersten Champions-League-Gewinn in Erfüllung gehen", lobte Gummersbachs Trainer Velimir Kljaic den runderneuerten Bundesliga-Tabellenführer von der Förde in den höchsten Tönen. Auch VfL-Boss Hans-Peter Krämer glaubt: "Das war es wohl: Der THW ist durch."

Doch selbst nach der inoffiziellen Herbstmeisterschaft mit 30:2 Punkten, nur einer Niederlage (33:39 gegen Flensburg am 8. Oktober) sowie Schwindel erregendem Tempo-Handball und den meisten Toren aller Klubs (627 Treffer in 17 Spielen/Schnitt 36,9 pro Match) will Erfolgstrainer Noka Serdarusic vom zwölften Meistestück der "Zebras" noch nichts wissen.

"Das war ein wichtiger Sieg, aber im Handball ist alles möglich"

"Ich bin 13 Jahre in Kiel, habe aber nie vorher vom Titel gesprochen. Das war ein wichtiger Sieg, aber noch sind 17 Bundsliga-Spiele zu bestreiten, und im Handball ist alles möglich", stapelte der eingebürgerte Bosnier tief, der mit dem THW bereits achtmal Meister wurde und je dreimal den DHB-Pokal und den EHF-Cup gewann. Der 55-Jährige, als harter Hund bekannt, gab sich nach dem Coup immerhin in Geberlaune: Statt wie üblich um elf Uhr in die Kiste zu müssen, durften seine Jungs zur Belohnung "auf die Piste" und feierten in der Bar Goldfinger ausgelassen den Triumph.

Manager Uwe Schwenker hat das Team zusammengestellt. Die Zugänge Nikola Karabatic (HB Montpellier), Kim Andersson (IK Sävehof/Schweden), Vid Kavticnik (Gorenje Velenje/Slowenien) und Viktor Szilagy waren allesamt Topverflichtungen. "Dieses Team wird noch besser, kann noch Jahre zusammenspielen. Aber mein größtes Problem ist, wenn andere Vereine an unseren Spielern rumbaggern", sagt der 72-malige Nationalspieler.

Schwenkers Gummersbacher Kollege Stefan Hecker indes bastelt längst am VfL-Team für die neue Saison. Der frühere Nationaltorhüter verpflichtete bereits die Kroaten Momir Ilic und Vedran Zrnic (beide Goranje Velenje), den Russen Dennis Sacharow (Newa St. Petersburg) und den ungarischen Torhüter Nandor Fazekas (TuS N-Lübbecke).

"Wir haben Spieler, die technisch und spielerisch alles können. Uns fehlen nur zwei nur noch zwei, drei Typen, die keine Angst vor dem Namen des Gegners haben, wir brauchten richtige Räuber, wir brauchen Rambo-Typen", erklärte Kljaic. Der 59-Jährige, mit Kroatien 1996 in Atlanta Olympiasieger, sucht noch einen Mittelmann für Francois-Xavier Houlet. Der Franzose wird seine Karriere beenden und in der neuen Saison Sportdirektor beim VfL, der in der Zuschauer-Resonanz absolute spitze ist: Die bislang 31 Spiele in der Kölnarena besuchten 459 312 Zuschauer (15 310 im Schnitt).

© SID

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