Handball Bundesliga
Handball-Bundesliga steht vor Rekord-Saison

Mehr Fans, mehr Medienpräsenz, mehr Geld - die Verantwortlichen bei den deutschen Handball-Bundesligaklubs versprechen eine fantastische Saison. Euphorisch erwartet man den Start der besten Liga der Welt.

Die Handball-Bundesliga steht vor neuer Blüte. Fast sieben Monate nach dem WM-Triumph von Köln und dem Durchmarsch der deutschen Klubs in den Europapokal-Wettbewerben beginnt für die beste Liga der Welt am Samstag eine Saison der Superlative - mit mehr Geld, mehr Fans und mehr Aufmerksamkeit.

"So, wie wir aufgestellt sind, sind wir jeder anderen Handballliga um Dimensionen voraus - in Wirtschaftskraft, Organisation, Einschaltquote und Popularität", sagt Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann. Und obwohl die Liga schon in der vergangenen Saison Rekordmarken verbuchte, soll diesmal alles noch größer werden.

Größere Präsenz in den Metropolen

Insgesamt 1,5 Millionen Menschen strömten vergangenes Jahr in die Hallen, mit dem endgültigen Umzug des VfL Gummersbach in die Kölnarena sowie den Aufsteigern Füchse Berlin und Tusem Essen und Dauerkartenrekorden bei vielen Vereinen dürfte die Marke locker zu knacken sein. Das beschert der Liga nicht nur größere Präsenz in den Metropolen, wo man noch mehr urbane Zielgruppen mitbedienen will, sondern kurbelt auch den Umsatz an.

Nach 55 Mill. Euro für 2006/2 007 "peilen wir mehr als 60 Mill. Umsatz an", sagt Bohmann. Und: "Die durchschnittlichen Klub-Budgets werden in der kommenden Saison nochmals um rund 15 Prozent steigen." Gemeinsame Spitzenreiter sind auch hier mit jeweils 6,5 Mill. Euro Etat der THW Kiel und Vize-Meister HSV Hamburg.

Erstmals geht die Liga zudem mit einem Namenssponsor in die Saison. Automobilhersteller Toyota wird auf Trikots und Banden präsent sein und investiert mindestens bis 2009 jährlich geschätzte zwei Mill. Euro in die HBL. Die ist mit "Liga 1" auf NDR und WDR jeweils samstags um 17.30 Uhr erstmals mit einem eigenen Magazin im Fernsehen vertreten und erhofft sich dadurch einen weiteren Popularitätsschub.

Weltmeister hoch im Kurs

Das lassen sich die Klubs freilich auch einiges kosten: 400 000 Euro investierte Triple-Gewinner THW Kiel, damit der tschechische Nationalspieler Filip Jicha schon ab dieser Saison für den hohen Favoriten aus dem Norden auf Torejagd geht. Jichas Ex-Klub TBV Lemgo zahlte 250 000 für die Dienste von Weltmeister Michael Kraus an dessen Klub Frisch Auf Göppingen. "Jeder möchte einen der Weltmeister haben, das treibt Ablösesummen und Gehälter in die Höhe", sagt Frank Bohmann.

Doch auch die spektakulären Ausländer wie Kiels Franzose Nikola Karabatic prägen das Gesicht der Liga, und werden weiterhin für Diskussionen sorgen. "Natürlich ist eine Ausländerbeschränkung ein Thema. Die wollen der DHB und Heiner Brand nach wie vor durchsetzen", sagt Bohmann. Der HBL-Chef setzt aber auf eine konsequente Förderung der Jugendarbeit. Damit ließen sich mittelfristig viel bessere Ergebnisse erzielen als über Arbeitsbeschränkungen.

Zudem sollte das Profil der internationalen Stars auch für die TV-Vermarktung im Ausland genutzt werden. Tatsächlich läuft im Land des Vize-Weltmeisters Polen die Bundesliga für die kommenden drei Jahre auf einem öffentlich-rechtlichen Sender, auch auf Al-Dschasira sind die Bundesliga-Stars zu sehen.

Dass die auch vom Boom profitieren, glaubt Manager Thorsten Storm, der bei den Rhein-Neckar Löwen mit Henning Fritz, Christian Schwarzer und Oliver Roggisch gleich drei WM-Helden an Land zog: "Es wird nicht lange dauern, bis wir die ersten Millionäre im Handball haben", prophezeit Storm.

© SID

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