Handball Bundesliga
Hohe Erwartungen an die Heimgekehrten

Die Teams der Handball-Bundesliga fiebern dem Saisonstart entgegen, Titelverteidiger sind die Damen des HC Leipzig. "Sie bleiben das Maß der Dinge", so Trier-Coach Thomas Happe.

Nach der Flucht der Stars aus dem einstigen Frauenhandball-Paradies Dänemark Richtung Heimat erhofft sich die Bundesliga mehr Rasse und Klasse. "Dass viele Topspielerinnen zurückkehren, ist gut für die Liga. Auch international werden deutsche Vereine so ein Wort bei der Titelvergabe mitreden können", sagt die derzeit angeschlagene Topspielerin Nadine Krause (Ellbogenverletzung) vor der heute beginnenden Saison.

Die Welthandballerin von 2006 kehrte nach drei Jahren und einem Europapokalsieg vom FC Kopenhagen zu ihrem Stammklub HSG Blomberg-Lippe zurück. Neben Krause sollen die ehemaligen Dänemark-Legionärinnen Stefanie Melbeck (Buxtehuder SV), Nora Reiche (THC Erfurt) und Maren Baumbach (VfL Sindelfingen) der Liga mehr Strahlkraft verleihen. Wegen der Weltwirtschaftskrise hatten sich in Dänemark zuletzt viele Sponsoren zurückgezogen.

Titelverteidiger Leipzig ist Topfavorit

Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen es wahre Abwanderungswellen Richtung Norden gab, ging vor dieser Saison nur eine Spielerin diesen Weg: Susann Müller wechselt nach Aarhus - allerdings aus privaten Gründen. Doch auch ohne sie ist Titelverteidiger HC Leipzig in der anstehenden Runde erneut der Topfavorit "Sie bleiben das Maß aller Dinge", sagt Trainer Thomas Happe von der DJK/MJC Trier.

Diese Vorschusslorbeeren nimmt man in Leipzig gerne an. "Wir wollen Titel in jedem nationalen Wettbewerb gewinnen und planen außerdem den erneuten Einzug unter die acht besten Mannschaften der Champions League", erklärte HCL-Manager Kay-Sven Hähner, der unter anderem Nationalspielerin Anne Müller von Pokalsieger und Vizemeister Bayer Leverkusen verpflichtet hat. Allerdings glaubt Leipzigs Trainer Heine Jensen nicht an eine ähnliche Dominanz seines Teams wie noch in der vergangenen Runde: "Da haben wir nur zwei Spiele verloren. Das gibt es nicht noch mal."

Konkurrenten rüsten auf

Vor allen Dingen Konkurrent Erfurt hat aufgerüstet. Gleich zehn Neuzugänge präsentierten die Thüringer - darunter neben Nora Reiche die Nationalmannschafts-Kandidatinnen Kerstin Wohlbold (Blomberg) und Nadja Nadgornaja (Trier). Neuer Trainer ist Herbert Müller, der schon den 1. FC Nürnberg zu zwei Meistertiteln und zwei Pokalsiegen geführt hat. Doch trotz der hochklassigen Neuen und der starken Testspiel-Ergebnisse stapelt Müller tief: "Die Mannschaft muss sich erst einmal finden. Es wäre noch zu früh, oben anzugreifen."

Als Hauptkonkurrenten von Leipzig werden der letztjährige Meisterschafts-Halbfinalist VfL Oldenburg und Krause-Klub Blomberg-Lippe erwartet. Auch Challenge-Cup-Sieger Buxtehude zählt zum erweiterten Favoritenkreis.

Dagegen musste Leverkusen aus wirtschaftlichen Gründen einen Aderlass verkraften. International verfügt die Liga dank der Erfolge der vergangenen Jahre über so viele Top-Startplätze wie nie zuvor: Leipzig ist direkt für die Champions League qualifiziert, Leverkusen muss in einem Qualifikationsturnier Ende September um den Einzug in die Gruppenphase kämpfen. Oldenburg, Frisch Auf Göppingen und Buxtehude spielen im EHF-Pokal, Blomberg-Lippe im Pokalsieger-Wettbewerb.

Am Liga-Modus hat sich nichts geändert: Bis März wird eine Runde mit Hin- und Rückspielen ausgespielt. Danach folgen das Play-off-Viertelfinale, die Halbfinals und die Endspiele. Zwei Mannschaften steigen in die dann eingleisige 2. Liga ab.

© SID

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