Handball Bundesliga
Kollegen stärken Schwenker den Rücken

14 von 17 Managern und Geschäftsführern der Bundesliga haben sich in einer Umfrage gegen einen Rücktritt ihres Kieler Amtskollegen Uwe Schwenker ausgesprochen.

Die Manager der Handball-Bundesliga (HBL) haben trotz des Manipulationsverdachts gegen Rekordmeister THW Kiel dessen Geschäftsführer Uwe Schwenker den Rücken gestärkt. In einer Umfrage der Sport Bild sprachen sich von den übrigen 17 Klubs 14 Manager gegen einen Rücktritt Schwenkers bis zu einer Aufklärung des Falles aus.

Einzig Fynn Holpert vom Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt votierte gegen Schwenker, gegen den die Staatsanwaltschaft weiter wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Holpert forderte im Falle einer nachgewiesenen Schuld der Kieler sogar die Aberkennung des Titels.

Ehemaliger Flensburg-Trainer erhebt Vorwürfe

Unterdessen wurden in Dänemark neue Vorwürfe laut. Erik Veje Rasmussen, ehemaliger Trainer der Flensburger, sagte der dänischen Tageszeitung Politiken, dass er bei einem internationalen Turnier von einem Mittelsmann kontaktiert worden sei. Dieser habe ihn gefragt, ob sein Klub die beiden Schiedsrichter kaufen wolle. Rasmussen habe dies abgelehnt.

Der Däne sieht in der Bestechungsaffäre "nur die Spitze des Eisbergs". Rasmussen weiter: "Es ist Zeit aufzuräumen. Ich bin froh, dass die Angelegenheit ins Rollen kommt, denn das macht Hoffnung, dass etwas getan wird." Die Rolle des europäischen Handballverbandes EHF sieht Rasmussen dabei kritisch. NDR Info sagte er: "Bis jetzt habe ich nicht feststellen können, dass man viel unternommen hat."

Das "ganz große Problem" im Handball sei, so Rasmussen, dass man als Schiedsrichter ohne weiteres ein Spiel manipulieren könne: "Man pfeift zehn Minuten für eine Mannschaft und nachher kann man dann in der Schlussphase, wenn die Mannschaft am Ziel ist, drei, vier Spieler rauswerfen, damit es statistisch gut aussieht."

Imageverlust für den Handball

Einig sind sich die Bundesliga-Manager über den Imageverlust für die Sportart. Alle Klub-Vertreter sehen nach der Umfrage bereits einen Schaden für den Handball und sind damit einer Meinung mit der deutschen Handball-Prominenz.

"Für uns Spieler ist es ein Drama zu sehen, wie wir jetzt im Morast versinken. Alles, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde im deutschen Handball, liegt danieder", sagte Christian Schwarzer, Kreisläufer der Rhein Löwen-Neckar und Weltmeister von 2007, dem Hamburger Magazin stern (Donnerstagsausgabe).

Kretzschmar befürchtet wirtschaftlich harte Zeiten

Der Manager des SC Magdeburg, Stefan Kretzschmar, befürchtet auch wegen der Bestechungsvorwürfe wirtschaftlich harte Zeiten: "Sponsoren werden sich in Zeiten knapper Kassen sehr genau überlegen, wo sie sich engagieren", sagte der ehemalige Nationalspieler.

Der THW Kiel soll in einer vermeintlichen Manipulationsaffäre nach Berichten des Spiegels in mindestens zehn Spielen der Champions League Schiedsrichter bestochen und allein für das gewonnene Finale gegen Flensburg 96 000 Euro gezahlt haben. Zudem gibt es eine Affäre um die Magdeburger Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich, die einen Bestechungsversuch bei einem Europacup-Spiel verschwiegen hatten, und den Fall eines dänischen Gespanns, das ebenfalls Bestechungsgelder angeboten bekommen haben soll.

© SID

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