Handball Bundesliga
Nordhorn steht als Zwangsabsteiger fest

Nach Tusem Essen ist die HSG Nordhorn in dieser Saison zweiter Zwangsabsteiger aus der Handball-Bundesliga. Das Insolvenzverfahren gegen den EHF-Cupsieger wird am Montag eröffnet.

Der deutsche Handball kommt nicht zu Ruhe und muss den nächsten Rückschlag verkraften. Gegen die HSG Nordhorn wird zu Beginn der kommenden Woche das Insolvenzverfahren eröffnet. Der EHF-Cupsieger steht damit als Zwangsabsteiger aus der Handball-Bundesliga (HBL) fest. "Ich bin von Nordhorn über den Schritt informiert worden. Das trifft uns hart, auch wenn es keine Überraschung ist", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Insolvenzverwalter Ulrich Zerrath nannte "Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung" als Gründe für den Schritt rund drei Wochen nach dem Insolvenzantrag beim Amtsgericht Nordhorn. Die HSG ist damit der zweite Zwangsabsteiger nach Tusem Essen in der laufenden Saison. Gegen Traditionsklub Essen war bereits Ende November das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

"Insolvenz unausweichlich"

"Das Auseinanderlaufen von Einnahmen und Ausgaben im Verlaufe der Saison, verstärkt durch das rezessive wirtschaftliche Umfeld und durch die Steuerbelastungen aus der Vergangenheit machten letztlich die Insolvenz unausweichlich", teilte der Klub in einer Presseerklärung am Donnerstagabend mit.

Seit Saisonbeginn stecken die Nordhorner in großen finanziellen Schwierigkeiten, Spielergehälter wurden teilweise nicht gezahlt. Als Konsequenz waren bereits Leistungsträger wie Nationalspieler Holger Glandorf (nach Lemgo) verkauft worden. Doch alle Anstrengungen zur Rettung des Klubs waren vergeblich.

Zudem ermittelt immer noch die Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Zahlung von Schwarzgeldern gegen die HSG.

Die Saison soll nach Vereinsangaben aber auf jeden Fall zu Ende gespielt werden. Nach dem Zwangsabstieg würde die HSG Nordhorn-Lingen die Trägerschaft übernehmen. "Wir müssen jetzt die Planungen für die zweite Liga vorantreiben und einen Etat aufstellen", sagte Gerhard Blömers, der Geschäftsführer der neuen Trägerschaft. Dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit der HBL, so Blömers. Zudem muss eine Lizenz für die zweite Liga beantragt werden.

"Zielvorgabe ist der Wiederaufstieg"

"Die klare Zielvorgabe ist der Wiederaufstieg. Allerdings muss diese Zielsetzung zwingend den wirtschaftlichen Möglichkeiten untergeordnet werden", erklärte Verwaltungsratmitglied Dieter Barlage.

Obwohl mit Essen und Nordhorn zwei Absteiger aus der Bundesliga feststehen, wird es wohl noch einen weiteren direkten Absteiger geben. "Der 17. und der 18. der Tabelle steigen aber auf jeden Fall ab", meinte Bohmann. Daher würde nach der derzeitigen Tabellensituation auch der Stralsunder HV den Gang in die 2. Liga antreten müssen.

Die beiden Zweitplatzierten der 2. Ligen Nord und Süd würden im direkten Aufeinandertreffen den dritten Aufsteiger neben den beiden Meistern der 2. Liga ermitteln, ohne dass ein Relegationsspiel gegen den Drittletzten der Bundesliga nötig werden würde.

© SID

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