Handball Bundesliga
Nordhorn wird Insolvenz anmelden

Die letzten Hoffnungen auf eine Rettung waren vergebens. Handball-Bundesligist Nordhorn wird nach eigenen Angaben Insolvenz anmelden. Damit droht dem Klub der Zwangsabstieg.

Der wirtschaftlich stark angeschlagenen HSG Nordhorn droht der Zwangsabstieg aus der Handball-Bundesliga. Die Niedersachsen werden am Montag beim Amtsgericht Nordhorn Insolvenz anmelden. Das kündigte der Klub aus der Grafschaft am Wochenende offiziell an.

"Die derzeit fehlende Liquidität machte diese Entscheidung notwendig", sagte Berend Greven, Geschäftsführer der HSG Sport Marketing Gmbh & Co. KG. Der Schritt war notwendig geworden, nachdem den Gehaltsverpflichtungen gegenüber den Spielern nicht mehr nachgekommen werden konnte. Derzeit ist nicht einmal mehr die Finanzierung der Rückrunde gesichert.

Sollte als nächster Schritt das Insolvenzverfahren eröffnet werden, müsste Nordhorn nach der Saison definitiv den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Nach dem Traditionsverein Tusem Essen, dem das gleiche Schicksal vor zweieinhalb Monaten widerfahren war, wäre der Europacup-Teilnehmer damit der zweite feststehende Bundesliga-Absteiger der Spielzeit 2008/2 009.

Verbindlichkeiten belaufen sich auf etwa eine Million

Die Verbindlichkeiten sollen sich mittlerweile auf etwa eine Million Euro belaufen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Zahlung von Schwarzgeldern gegen die HSG Nordhorn, der in der laufenden Runde wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsauflagen rückwirkend vier Punkte abgezogen worden waren.

Geschäftsführer Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga (HBL) war bereits am Donnerstag über die Zuspitzung der finanziellen Lage in Nordhorn informiert worden. "Offenbar sind die Einnahmen nicht so geflossen wie eingeplant. Im September oder Oktober schien alles geklärt, jetzt hat sie die Wirklichkeit eingeholt", sagte Bohmann.

In der Grafschaft besteht noch Hoffnung, den Zwangsabstieg zu vermeiden. "Wir werden die Möglichkeiten des Insolvenzrechts nutzen, um uns nachhaltig zu sanieren und dauerhaft wieder in der Bundesliga zu etablieren. Wir hoffen, dass ein Insolvenzverfahren nicht eröffnet werden muss und dadurch die Bundesliga-Lizenz erhalten wird. Andernfalls werden wir für die 2. Liga melden", sagte Gerhard Blömers, Geschäftsführer der HSG Nordhorn-Lingen

Glandorf-Wechsel bringt Ablösesumme

Möglicherweise besteht auch durch den Wechsel von HSG-Star Holger Glandorf zum TBV Lemgo wieder Hoffnung auf ein Happy End. "Mein Weggang ist das Beste, was ich für meinen Verein noch tun kann. Ich hoffe sehr, damit helfen zu können. Aber natürlich hätte ich die Saison für Nordhorn gerne zu Ende gespielt", sagte Weltmeister Glandorf, der am Sonntag im Achtelfinal-Hinspiel des Europacups letztmals das Trikot seines Stammklubs tragen wird.

Nordhorn kassiert für Glandorf eine Ablöse, da er laut seines ursprünglich bis 2010 laufenden Vertrages erst nach dieser Saison hätte ablösefrei wechseln können. Fraglich ist aber, ob die Summe der wirtschaftlich stark angeschlagenen HSG mittelfristig weiter helfen kann. Vor Glandorf war bereits Leistungsträger Erlend Mamelund zur SG Flensburg-Handewitt transferiert worden.

© SID

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