Handball Bundesliga
Unentschieden reicht Leipzig zum Meistertitel

Die Handballerinnen des HC Leipzig haben ihren fünften Meistertitel unter Dach und Fach gebracht. Dazu reichten dem Team im zweiten Play-off-Finale eine 19:19 gegen Leverkusen.

Die Handballerinnen des HC Leipzig haben zum fünften Mal seit Einführung der Bundesliga 1976 die deutsche Meisterschaft gewonnen. Eine Woche nach dem 23:20-Erfolg gegen Bayer Leverkusen im ersten Play-off-Finale in eigener Halle genügte dem Team des dänischen Trainers Heine Jensen am Pfingstmontag im Rückspiel ein 19:19 (9:10).

Für den 32-jährigen Jensen, dessen Lebensgefährtin Mette Ommundsen eine der Leistungsträgerinnen des neuen Titelträgers ist, war es in seiner ersten Saison in Leipzig gleich der erste große Titel. Vorjahressieger 1. FC Nürnberg verfehlte nicht nur einen Platz unter den besten vier der Bundesliga-Hauptrunde, sondern musste sogar vor zwei Wochen Insolvenz anmelden.

Der HC Leipzig, der nach dem Ende der vergangenen Saison den Weggang mehrerer Leistungsträgerinnen, darunter den der norwegischen Europameisterin Else-Marthe Soerlie-Lybek, verkraften musste, hatte sich in diesem Jahr sogar bis ins Finale des EHF-Cups vorgespielt, war dort aber am spanischen Meister Itxako Estella gescheitert.

Krise im deutschen Frauenhandballs nach wie vor unverkennbar

Trotz der beiden zum Teil hochklassigen Finalspiele und der Tatsache, dass in der vergangenen Saison die beiden Bundesligisten HC Leipzig und Thüringer HC ein Vereins-Finale auf europäischer Ebene erreichten, ist die Krise des deutschen Frauenhandballs nach wie vor unverkennbar. Die Bundesliga blutet aus, die meisten Spielerinnen verdienen ihr Geld in Dänemark, dem Schlaraffenland des Frauenhandballs.

Dort gewannen Deutschlands Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack und Kreisläuferin Anja Althaus mit ihrem Verein Viborg HK die Champions League. Nadine Krause und Maren Baumbach holten mit Kopenhagen den Europapokal der Pokalsieger. Dagegen bricht die erfolgreichste deutsche Mannschaft der vergangenen Jahre, der 1. FC Nürnberg, wegen Zahlungsunfähigkeit auseinander. Mit jungen Eigengewächsen will man an der Noris einen Neuanfang in der Bayernliga wagen.

Unklar ist auch, nach welchem Modus der Meister der Saison 2009/2 010 ermittelt wird. Während Renate Wolf und Heine Jensen dem 2004 eingeführten Play-off-Modus weiterhin das Wort reden, möchte die Mehrheit der Bundesliga-Vereine wieder zum vorher praktizierten Modus zurück.

"Wer nach 26 Spielen oben steht, ist auch verdient Meister", sagt Harald Wallbaum, Manager von Provital Blomberg, der damit für mehr als die Hälfte der Bundesliga-Vereine spricht: "Der Play-off-Modus mit den entscheidenden Spielen Ende Mai oder Anfang Juni ist den Zuschauern nicht mehr zu vermitteln. Dafür stehen im Winter wegen Terminen der Nationalmannschaft die Hallen leer. Das ist paradox."

© SID

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