Handball Champions League
Deutsche Handball-Teams auf Titeljagd

Dieses Wochenende beginnt für Kiel, Gummersbach und Nordhorn der Kampf um europäische Titel. Der größte Wurf könnte dabei dem Meister THW Kiel im Champions-League-Finale gelingen.

Erst eine Gummersbacher Reise in die Vergangenheit, dann eine Abschiedsvorstellung in Nordhorn und zum krönenden Abschluss das Spiel der Spiele im Handball-Tempel von Kiel: Die deutschen Klubs wollen am Wochenende den Grundstein zum zweiten Triumph der Handball-Bundesliga in allen drei europäischen Wettbewerben nach 2007 legen.

Im Fokus steht der alte und neue Meister THW, der trotz aller Manipulationsgerüchte nach der zweiten Champions-League-Krone nach 2007 greift und nach dem DHB-Pokalsieg das Triple perfekt machen will. Doch der Gegner im Final-Hinspiel morgen (18.45 Uhr) ist in einer Neuauflage des Vorjahresendspiels kein Geringerer als Titelverteidiger Ciudad Real.

Nicht nur Trainer Alfred Gislason, 2002 mit dem SC Magdeburg bereits Sieger der Champions League, erwartet in seinem ersten Jahr mit dem THW einen heißen Tanz: "Wir wollen zuhause natürlich gewinnen. Allerdings glaube ich, dass die Entscheidung erst in Ciudad Real fallen wird", sagt der Isländer.

Immerhin hat er nach der Rückkehr des Schweden Kim Andersson (Handbruch) wieder alle Spieler an Bord. Auch der wechselwillige Welthandballer Nikola Karabatic will zum Abschied nochmal die wichtigste Trophäe im Klubhandball. Neben dem riesigen Silberpott könnte der THW zu den bereits eingenommenen 240 000 Euro in der Königsklasse noch insgesamt 190 000 Euro in den Finalspielen gewinnen.

Gute Aussichten für Gummersbach

Eine Reise in die Geschichte unternimmt der VfL Gummersbach im EHF-Cup: Erstmals nach 26 Jahren steht der Altmeister heute bei RK Gorenje Velenje (15.30) wieder in einem europäischen Finale und hat in der Form der vergangenen Wochen beste Erfolgsaussichten. Geschäftsführer Francois-Xavier Houlet kennt die Slowenen aber als "körperlich sehr starke Mannschaft" und glaubt an "zwei Spiele auf Augenhöhe".

1983 hatte der VfL mit dem fünften Sieg im Europacup der Landesmeister die bislang letzte internationale Trophäe geholt, damals noch mit einem Trainer Petre Ivanescu und Spielern wie Heiner Brand, Erhard Wunderlich oder Andreas Thiel. Bislang letzter Titel überhaupt war die zwölfte deutsche Meisterschaft 1991.

Abschiedsspiel in Nordhorn

Emotional dürfte der heutige Nachmittag in Nordhorn werden, wenn die nach einigen Verkäufen schon stark veränderte HSG-Mannschaft im Final-Hinspiel um den Pokalsiegerwettbewerb BM Valladolid/Spanien (17.30) empfängt. Die Nordhorner, EHF-Pokalsieger des vergangenen Jahres, spielen nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens im kommenden Jahr nur noch zweitklassig.

Trainer Ola Lindgren (zu den Rhein Löwen), -Neckar zahlreiche Spieler und wahrscheinlich viele Fans werden dann nicht mehr dabei sein. Immerhin könnte sich Nordhorn mit einem Cupgewinn aber einen Startplatz im Pokalsiegerwettbewerb für die kommende Saison sichern.

Die Entscheidungen in allen drei Wettbewerben fallen in den Rückspielen am Pfingstwochenende. Dann könnte der zuletzt von so vielen Negativschlagzeilen gebeutelte deutsche Handball einer der großen Sieger sein: Erfolge deutscher Klubs in allen drei Wettbewerben hat es bislang erst einmal gegeben, als der THW (Champions League), der HSV Hamburg (Pokalsiegerwettbewerb) und der SC Magdeburg (EHF-Pokal) 2007 allesamt ganz oben standen.

© SID

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