Handball Champions League
Deutsches Nord-Derby in der "Königsklasse"

Handball-Meister THW Kiel und Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt treffen heute im Viertelfinale der Champions League im direkten Duell aufeinander. Vor dem Spiel klagen die Flensburger über Personalprobleme im Angriff.

Im Viertelfinale der Champions League kommt es heute ab 20.00 Uhr zu einem rein deutschen Duell. In der Kieler Ostseehalle empfängt der deutsche Meister THW Kiel den DHB-Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt. Das Rückspiel findet am 4. März (Samstag, 15.00 Uhr) in der Flensburger Campus-Halle statt.

"Eine einzige Katastrophe"

"Das ist eine einzige Katastrophe, ein Hammer", erklärte THW-Manager Uwe Schwenker nach der Auslosung. "Das darf doch nicht wahr sein, jede Paarung durfte kommen, nur die nicht", meinte SG-Manager Thorsten Storm.

Selbst Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bedauert das frühe Nord-Derby in der "Königsklasse": "Mir wäre es lieber gewesen, wenn das Duell in der Champions League erst im Finale zustande gekommen wäre. Aber natürlich ist es phantastisch, dass zwei schleswig-holsteinische Klubs in der europäischen Spitzenklasse dabei sind."

Alle Tickets waren nach zwei Stunden verkauft

Doch ebenso wie der Landesvater fiebern die Fans dem Spiel der Spiele entgegen. In nur zwei Stunden war die 10 250 Tickets vergriffen. "Wir hätten 25 000 Karten an den Mann bringen können", beschreibt Schwenker das Rieseninteresse vor dem vierten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in dieser Saison. Der THW siegte im Supercup-Endspiel in München mit 36:34 und im DHB-Pokal mit 35:32 nach Verlängerung, verlor allerdings in der Bundesliga in Flensburg mit 33:39.

Die Bilanz in bislang 48 Derbys ist für den THW gegen die SG mit 26 Siegen, drei Unentschieden und 19 Niederlagen positiv. In der Ostseehalle kassierten die "Zebras" vor exakt 832 Tagen oder 54 Pflichtspielen am 18. November 2003 die letzte Heimniederlage - und zwar gegen Flensburg mit 29:31.

Flensburg mit Personalproblemen im Angriff

Doch die SG hat vor dem Anpfiff der schwedischen Schiedsrichter Peter Hansson und Peter Olsson personelle Probleme. Denn die beiden dänischen Nationalspieler Michael Knudsen und Joachim Boldsen (beide Muskelfaserriss) fallen aus, der Norweger Johnny Jensen klagt über Knieprobleme, wird aber spielen.

Außerdem haben die Flensburger an den Auswirkungen der Europameisterschaft in der Schweiz wegen der vielen Abstellungen von Nationalspielern zu knabbern. "Die Kieler mussten unter der EM nicht so leiden wie wir und sind im Vorteil", sagt SG-Trainer Kent-Harry Andersson.

"Wir suchen unsere Form"

Torwart-Oldie Jan Holpert blickt dem Derby skeptisch entgegen: "Von der Favoritenrolle sind wir weit entfernt. Wir suchen unsere Form, es ist alles sehr verkrampft." Der 245-malige Nationaltorhüter geht hochmotiviert in die Partie, denn es bleibt ihm auch nicht mehr viel Zeit, um die Champions League zu gewinnen. 2004 scheiterte der 37-Jährige mit der SG in den Finalspielen an Pivovarna Lasko Celje (30:28 und 28:34).

Der THW verpasste den Griff nach der wertvollsten Trophäe im Vereinshandball im April 2000 in den Endspielen gegen den FC Barcelona. Dem 28:25-Heimsieg folgte ein 24:29 in Katalonien. Erfolgscoach Noka Serdarusic steht im 13. Jahr auf der THW-Kommendobrücke und errang acht deutsche Meisterschaften und je drei DHB-Pokalsiege und EHF-Cup-Erfolge. In der Titelsammlung fehlt nur der Gewinn der Champions League. "Sie zu gewinnen, wäre für den THW und für mich ein Traum", sagt der 55-Jährige.

© SID

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