Handball Champions League
Kiel und Flensburg heiß aufs Nordduell

Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt stehen sich heute im Rückspiel des Champions-League-Finales gegenüber. Im Hinspiel hatten sich die beiden Mannschaften 28:28 getrennt.

In der Kieler Ostseehalle findet heute der große Showdown zwischen den beiden besten europäischen Mannschaften statt: dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt. Bei den Flensburgern herrscht vor der Reise zum Champions-League-Finale die Ruhe vor dem Sturm. Am Freitag hatte die Mannschaft noch einmal trainingsfrei, am Samstag folgte das letzte Videostudium. Am Spieltag steigt das Team dann in den Bus ins 80 km entfernte Kiel - und kehrt bei einem Freund von Geschäfstführer Thorsten Storm erstmal zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Kuchenessen ein, ehe vor mehr als 10 000 Zuschauern in der Ostseehalle ab 17.30 Uhr der große Showdown ansteht.

"Wichtigstes Spiel in der Vereinsgeschichte"

"Auf uns wartet das vielleicht wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte. Das kann man nicht verdrängen", sagt Jan Holpert. So steigt selbst beim dienstältesten Profi der SG und Bundesligarekordspieler mit mehr als 600 Einsätzen das Fieber. "Die SG und der THW sind zwei Vereine mit großer Tradition. Und da gibt es von beiden Seiten sehr viel Neid. Allerdings weniger unter den Spielern selbst", meint Holpert.

Der 38-Jährige, der am 21. September 1986 für den TSV Milbertshofen sein erstes Bundesligaspiel bestritt, muss es wissen: Seit 1993 spielt er nur für die SG. Und wenn er seine Karriere (245 Länderspiele) zum Saisonende beendet, konzentriert er sich mit seiner eigenen Agentur endgültig ganz auf die Arbeit im Marketingbereich für den Verein.

Der hat nach dem 28:28 im Hinspiel ebenso alles getan wie der THW, um den ersehnten Coup zu landen. Der frühere Nationalspieler und Persönlichkeitstrainer Jörg Löhr arbeitete eigens nochmal mit dem Team. "Er ist ein Motivator und hat versucht, unseren Fokus auf das Spiel zu richten und die Kräfte zu bündeln", so Holpert.

Der Familienvater hat freilich Glück, dass er überhaupt dabei ist, wenn sich die Nordrivalen zum 54. Mal gegenüberstehen. Als ihm der Kieler Christian Zeitz im Hinspiel mit voller Wucht den Ball gegen den Kopf warf, ging Holpert erst zu Boden und wollte dann dem Weltmeister sogar an den Kragen: "Aber mir geht es gut. Das ganze ist ja noch mal glimpflich abgegangen."

Nur acht Kieler Feldspieler

Ganz beschaulich geht es derweil auch beim Gastgeber zu. "Wir sind eine ganz normale Mannschaft und ein ganz normaler Verein. Wir machen nichts Besonderes", sagt THW-Manager Uwe Schwenker. Seine größte Sorge gilt der Gesundheit seiner Profis, schließlich stehen dem Pokalsieger nur acht Feldspieler zur Verfügung.

Der wichtigste Mann ist Frankreichs Europameister Nikola Karabatic auf der Königsposition im linken Rückraum. Der 23-Jährige spielt seit Wochen in bestechender Form. "Was Nikola leistet, ist unglaublich. Er will einfach immer gewinnen. Eine Niederlage akzeptiert er nicht", sagt Schwenker.

Karabatic ist trotz der langen Saison mit WM noch lange nicht müde: "Ich habe in dieser Saison so viel gespielt wie nie zuvor, aber mir macht das Spaß. Die Champions League ist der schönste Titel überhaupt. Diesen Titel gewinne ich mit meinen Freunden, mit denen ich das ganze Jahr für diesen Erfolg gearbeitet habe", sagt er.

© SID

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