Handball Champions League
Viel Brisanz im deutschen Champions-League-Duell

Im Champions-League-Halbfinale kommt es am Sonntag zu einem brisanten Duell zwischen dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen. Der HSV Hamburg muss heute gegen Ciudad Real ran.

Die Giftpfeile sind erstmal verschossen, am Sonntag fliegt nur noch der Ball: Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League empfängt der alte und neue deutsche Meister THW Kiel die Rhein Löwen-Neckar zu einem ganz besonderen deutschen Duell (17.30). Dass der HSV Hamburg im anderen Vorschlussrundenduell der "Königsklasse" heute gegen Titelverteidiger Ciudad Real/Spanien (17.00/beide Spiele live bei Eurosport) sowie der VfL Gummersbach im EHF-Pokal (heute bei BM Aragon) die HSG Nordhorn (Sonntag bei den Kadetten Schaffhausen) im Pokalsiegerwettbewerb ebenfalls um den Finaleinzug spielen, gerät da fast ins Hintertreffen.

Denn seit Wochen schon wird der THW die Manipulationvorwürfe nicht los - und seit Wochen kommen aus dem Löwen-Lager immer wieder Attacken. Vor allem Gesellschafter Jesper Nielsen erhob zuletzt schwere Vorwürfe gegen die langjährigen THW-Erfolgsgaranten Uwe Schwenker und Noka Serdarusic. Auch Löwen-Manager Thorsten Sorm kritisierte am Freitag noch mal das Kieler Krisenmanagement. "Für Außenstehende läuft es nicht gut", sagte Storm im Interview mit den Kieler Nachrichten.

Storm: "Der THW ist großer Favorit"

Sportlich gibt es dagegen nicht viele Geheimnisse vor dem Duell, das auch im DHB-Pokal-Halbfinale am 9. Mai sowie eine Woche später in der Bundesliga noch ansteht. "Der THW ist großer Favorit, der den Erfolg bereits in der Gebrauchsanleitung für die Saison stehen hat", sagte Storm. Und so gilt für Alfred Gislason, der am Dienstag seine erste Meisterschaft mit dem THW auf dem Sofa perfekt machte, auch nur der Erfolg in Hin- und Rückspiel am kommenden Donnerstag: "Wir wollen die Löwen besiegen und ins Finale einziehen."

Damit hätten die Kieler auch wieder beste Karten auf ein Triple wie 2007, als erstmals Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League in einem Jahr gewonnen wurden. Allerdings beruhen auch die aktuellen Manipulationsvorwürfe auf dem Finale gegen Flensburg vor zwei Jahren.

Dafür, dass es auch diesmal ein deutsches Finale gibt, will der HSV sorgen. Gegen Ciudad verlor die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb schon im vergangenen Jahr im Halbfinale, es fehlte in der Endabrechnung nur ein einziges Tor. So fiebert Rückraumass Marcin Lijewski schon dem "Spiel des Jahres" entgegen. Kreisläufer Bertrand Gille will sich nach einem Rippenbruch sogar mit Brustpanzer aufs Feld stellen, zumal der zweite Kreisläufer Dimitri Torgowanow mit einer Außenbanddehnung im Knie ausfällt.

Gummersbach mit finanziellen Sorgen

Vor allem finanzielle Sorgen plagen Altmeister VfL Gummersbach vor seinem Halbfinale. Die Klub hat die Gehälter der Spieler bis Juni zumindest teilweise gestundet. Gegen den "vom Namen her schwersten Gegner" im Halbfinale will die Mannschaft von Sportdirektor Francios-Xavier Houlet aber dennoch glänzen und dem ersten Titel seit der deutschen Meisterschaft 1991 für den siebenmaligen Europapokalsieger näherkommen. Fünfmal nacheinander ging der EHF-Pokal zuletzt nach Deutschland. 2008 siegte die HSG Nordhorn.

Für die insolventen und in der Bundesliga als Zwangsabsteiger feststehenden Niedersachsen war bei den Pokalsiegern diesmal schon der Halbfinaleinzug ein echter Kraftakt. Doch jetzt will die HSG trotz enger Personaldecke noch mehr: "Wir haben gute Möglichkeiten, ins Finale zu kommen", sagt der frühere schwedische Nationaltorwart Peter Gentzel.

© SID

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