Handball EM: Brand will "die Großen ein bisschen ärgern"

Handball EM
Brand will "die Großen ein bisschen ärgern"

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft reist als Titelverteidiger zur EM in die Schweiz. Das sich im Umbruch befindliche Team gilt bei dem Turnier als Außenseiter. Bundestrainer Brand will "die Großen ärgern".

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nimmt beim EM-Turnier in der Schweiz nur die Außenseiter-Rolle ein. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand befindet sich im personellen Umbruch und muss zudem noch diverse Verletzungen von Leistungsträgern verkraften. Brand gibt als Vorgabe für die EM aus, "die Großen ein bisschen zu ärgern".

Frage: "Die personelle Misere bei Ihrer Mannschaft scheint kein Ende zu nehmen. Können Sie das Wort Verletzungspech nach dem EM-Aus von Oleg Velyky überhaupt noch hören?"

Heiner Brand: "Ich kann ja nichts daran ändern. Es bringt nichts zu fragen, warum und wieso. Allerdings sind mir nach dem Ausfall von Oleg viele Dinge durch den Kopf gegangen. Die Mannschaft und ich waren doch sehr betroffen. Jetzt müssen wir eben alle noch enger zusammenrücken, so wie sie es in den letzten 20 Minuten unserer Generalprobe gegen die Ungarn getan haben."

Frage: "Sie reisen als Titelverteidiger zur EM in die Schweiz. Was trauen Sie Ihrer Mannschaft zu?"

Brand: "Eine Top-4-Platzierung zum Beispiel ist derzeit nicht realistisch, da müssten wir schon enorm über uns hinauswachsen. Wir haben in den letzten Wochen einige Schritte nach vorne gemacht. Es war ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Aber wir brauchen noch Zeit, es gab noch viele Schwankungen. Unser Ziel ist es, die Großen ein bisschen zu ärgern. Wenn uns das gelingt und wir gegen die Slowakei in der Vorrunde unsere Pflicht erfüllen, wäre das schön."

Frage: "Angesichts der Hammergruppe mit Weltmeister Spanien, Frankreich und der Slowakei droht im schlimmsten Fall sogar das Aus nach der Vorrunde. Wird die Partie gegen die Slowaken zum Schlüsselspiel?"

Brand: "Das wäre bitter, das können wir nicht machen. Wir werden aber in der Vorbereitung nicht den Schwerpunkt auf das Spiel gegen die Slowaken legen. Wir wollen uns auch auf unseren Auftakt gegen die Spanier optimal vorbereiten."

Frage: "Die EM soll aber im Hinblick auf die WM 2007 nicht nur eine Durchgangsstation sein, oder?"

Brand: "Diese Europameisterschaft hat trotz allem eine große Bedeutung für uns. Zwar nicht so sehr von der Platzierung, aber aufgrund der Tatsache, dass wir nur noch ein Jahr bis zur WM im eigenen Land haben."

Frage: "Wie groß ist die Vorfreude auf die WM? Große personelle Veränderungen sind bis dahin wohl nicht mehr zu erwarten."

Brand: "Ein paar Dinge wie die Personalie Markus Baur sind noch unsicher, aber eigentlich ist es unser erweiterter Kader, mit dem ich für die WM plane. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land ist natürlich eine Riesenchance. Allerdings nervt es ein wenig, dass die Fußball-WM derzeit alles in den Schatten stellt. Wir wollen uns deshalb bis Juli noch zurückhalten und dann werbemäßig voll angreifen."

Frage: "Wie schwer ist es, als erfolgsverwöhnter Bundestrainer mit der neuen Situation umzugehen? Deutschland gilt bei der EM ja nur als Außenseiter."

Brand: "Nach den Rücktritten der wichtigen Spieler war ich natürlich nach den Olympischen Spielen 2004 auf den Umbruch eingestellt. Nicht eingestellt war ich allerdings auf die Tatsache, dass ich in 14 Monaten fast nie meine Wunschformation zusammen hatte. Deshalb sind wir ein Jahr nicht wie erwünscht weitergekommen. Das frustriert dann manchmal schon. Unseren neunten Platz bei der WM 2005 als Pleite zu verkaufen, war aber einfach an der Realität vorbei."

© SID

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