Handball EM
Dänemark beendet deutschen Traum vom EM-Titel

Die deutschen Handballer haben den Einzug ins EM-Finale um Haaresbreite verpasst. Gegen Dänemark hieß es nach einem wahren Krimi 25:26 (13:10). Am Sonntag geht es um Platz drei.

Die deutschen Handballer haben trotz einer kämpferischen Glanzleistung den Einzug ins EM-Finale verpasst. Der Weltmeister unterlag im Halbfinal-Krimi der Europameisterschaft in Norwegen in Lillehammer dem WM-Dritten Dänemark 25:26 (13:10) und spielt am Sonntag (13.30 Uhr/live in der ARD) gegen Titelverteidiger Frankreich um Bronze. Den Siegtreffer erzielte der Flensburger Lars Christiansen drei Sekunden vor Schluss per Siebenmeter.

Die Dänen revanchierten sich unterdessen für ihre Niederlagen gegen die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand im Halbfinale der EM 2002 und 2004 und greifen am Sonntag (16.00 Uhr/live im DSF) gegen Olympiasieger Kroatien nach der europäischen Krone. Die Kroaten setzten sich in der Vorschlussrunde etwas überraschend gegen Titelverteidiger Frankreich mit 24:23 (11:9) durch.

Erneut gegen Frankreich

Neben einem überragenden Johannes Bitter im Tor hielt Florian Kehrmann mit sechs Treffern die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der Olympiastadt von 1994 bei der 27. Niederlage im 91. Vergleich mit den Dänen lange Zeit im Spiel. Gegen den WM-Vierten Frankreich kommt es nun zu einer Neuauflage der Hauptrundenpartie, in der Deutschland mit 23:26 unterlag.

"Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben alles versucht, aber es hat nicht ganz gereicht. Jetzt wollen wir Bronze holen", meinte Kapitän Markus Baur.

Brand musste auf Abwehrchef Oliver Roggisch (Muskelfaserriss in der Wade) verzichten, dafür liefen die angeschlagenen Michael Kraus (Unterarmprellung), Sebastian Preiß (Entzündung in der Kniekehle) und Torsten Jansen (Rippenprellung) auf. Für Roggisch nahm zunächst der erst am Freitag nachnominierte Frank von Behren den Platz neben Andrej Klimovets im Abwehrzentrum ein.

Im Tor vertraute Brand zunächst dem Hamburger Bitter, der beim letzten Test vor der EM gegen die Dänen in Kiel (34:24) eine ganz starke Leistung geboten hatte.

Spannung von Anfang an

Vor 6 000 Zuschauern begann die Begegnung ausgeglichen. Keine Mannschaft schaffte es in der Anfangsphase, sich abzusetzen. Die erste kleinere Schwächephase leistete sich das DHB-Team, dem ab der 11. Minute über sechs Minuten kein Treffer gegen die mit fünf Bundesliga-Legionären angetretenen Dänen gelang.

Brand forderte in einer Auszeit "mehr Bewegung im Angriff" und brachte Kraus für Kapitän Markus Baur auf der Spielmacherposition. Danach lief es im Angriffsspiel wieder rund, die Abwehr ging zudem aggressiv zu Werke und nahm dem starken Bitter im Tor zusätzliche Arbeit ab.

Sieben Tore in Folge

Die Dänen, die in der Hauptrunde Vize-Weltmeister Polen und Kroatien mit jeweils zehn Toren deklassiert hatten, fanden gegen den massiven Abwehrblock in dieser Phase kein Mittel. Die deutsche Auswahl verwandelte dank schneller Gegenstöße einen 5:7-Rückstand (18.) in eine 12:7-Führung (26.). Die Härte des Turniers bekam die deutsche Mannschaft aber auch in der ersten Halbzeit zu spüren. Kehrmann und Christian Zeitz mussten sich behandeln lassen.

Auch nach dem Wechsel war das Spiel hart umkämpft. Der dreimalige EM-Dritte Dänemark kam schnell zum Ausgleich (15:15/38. Minute) und ging in der 41. Minute nach langer Zeit erstmals wieder in Führung (17:16).

Das DHB-Team hielt aber dagegen, auch wenn sich der Kräfteverschleiß beim siebten Turnierspiel in der hektischen Schlussphase bemerkbar machte. So musste Kehrmann musste zwischenzeitlich sogar in der Kabine behandelt werden.

© SID

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