Handball EM: Deutschland wahrt Chance auf EM-Halbfinale

Handball EM
Deutschland wahrt Chance auf EM-Halbfinale

Die deutschen Handball-Nationalspieler konnten durch einen 36:33 (20:16)-Sieg über Slowenien die Tür zum EM-Halbfinale offenhalten. Mit acht Treffern hatte Christian Zeitz einen maßgeblichen Anteil am Erfolg.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft kann weiter vom Einzug ins Halbfinale der EM in der Schweiz träumen. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand bezwang in einer Neuauflage des Europameisterschafts-Endspiels von 2004 Slowenien in Basel mit 36:33 (20:16) und hielt sich auch 24 Stunden nach dem Schützenfest gegen die Ukraine (36:22) schadlos.

Vor dem abschließenden Hauptrundenspiel am Donnerstag gegen Polen in Basel (15.15 Uhr/live im NDR) dachte der siebenfache Torschütze Florian Kehrmann sogar schon an die mögliche Belohnung für den vierten Semifinal-Einzug bei einer EM seit 1994. "Immer wenn wir ein Halbfinale erreichen, geht es zu Mcdonalds", verriet der Rechtsaußen: "Wir wissen auch diesmal schon, dass ein Schnellrestaurant direkt um die Ecke des Mannschaftshotels ist."

Brand: "Kompliment an die Mannschaft"

"Großes, großes Kompliment an die Mannschaft. Dass wir gegen so einen Gegner gewinnen, konnte man nach den Strapazen bei diesem Turnier nicht erwarten", sagte Heiner Brand nach dem zweiten Sieg im zweiten Hauptrundenspiel: "Die Begeisterung ist da, auch wenn wir noch einige Fehler machen. Es fehlt noch etwas, um gegen die ganz Großen zu bestehen." Mit dem Halbfinal-Einzug rechnet der Weltmeister von 1978 allerdings nicht mehr: "Ich glaube nicht an Wunder." Torwart Henning Fritz war "sehr beeindruckt und überrascht" von der Mannschafts-Leistung: "Mir fehlen die Worte. Die Slowenen gehören zum Favoritenkreis, und wir haben sie über weite Strecken dominiert."

Acht Tore von Christian Zeitz machen Sieg perfekt

Vor 3 100 Zuschauern in der St. Jakobshalle besiegelten Christian Zeitz (8), Torsten Jansen und Florian Kehrmann (beide 7) als beste deutsche Werfer den neunten Sieg im 14. Duell mit den Slowenen, die in der Tabelle der Gruppe I jetzt schon einen Punkt hinter dem Team von Bundestrainer Heiner Brand (5:3) liegen.

Überraschend vertraute Brand gegen seinen "EM-Geheimfavoriten" Slowenien auf Frank von Behren als Spielmacher. Der Gummersbacher setzte vor allem Linkshänder Zeitz immer wieder in Szene. Trotz einer 12:9 (18.)-Führung gelang es dem Olympia-Zweiten zunächst aber nicht, entscheidend davonzuziehen. Vor allen Dingen Spanien-Legionär Siarhei Rutenka (10), der die ersten fünf Treffer für den EM-Zweiten erzielte, und den vom TBV Lemgo umworbenen Magdeburger Renato Vugrinec (5) bekam die ansonsten gute Deckung nie in den Griff.

Disziplin und gute Chancenverwertung waren entscheidend

Der großen Disziplin sowie der sicheren Chancenverwertung der beiden Außen Jansen und Florian Kehrmann (Lemgo) war es zu verdanken, dass die DHB-Sieben sich eine Vier-Tore-Führung (16: 12/24.) erarbeitete. Zwei Treffer in dreifacher Unterzahl sowie ein sich steigernder Keeper Henning Fritz (Kiel) brachten letztlich die Entscheidung, obwohl die Slowenen noch einmal ausgleichen konnten (27:27/47.).

Nur die jeweils ersten beiden Teams der zwei Hauptrunden-Staffeln qualifizieren sich für die Halbfinals am Samstag in Zürich. Die Dritten erreichen das Spiel um den fünften Platz, der immerhin die direkte Qualifikation für die EM 2008 in Norwegen bedeutet. "Das wäre in unserer Situation schon ein schöner Erfolg", meinte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier, der die Spieler lobte: "Das war eine couragierte und gute Leistung. Es ist erstaunlich, wie weit die Mannschaft trotz der kurzen Vorbereitungszeit schon ist."

Mit Zuversicht und Respekt gegen Polen

Großen Respekt haben die Deutschen trotz aller Zuversicht vor den Polen mit dem früheren deutschen Nationalspieler Bogdan Wenta auf der Bank. "Sie haben einen extrem starken Rückraum, sind aber vielleicht etwas schwankend in ihren Leistungen", sagte Fritz über den mit fünf Bundesliga-Legionären gespickten EM-16. von 2004. Polen hatte sich in der EM-Qualifikation überraschend gegen den viermaligen Europameister Schweden durchgesetzt und zum Hauptrunden-Auftakt auch Weltmeister Spanien (25:34) lange Paroli geboten.

Spanien bleibt an der Spitze

Die Iberer bleiben in der "deutschen" Gruppe nach einem 31:29 (17:15) gegen die weiterhin punktlose Ukraine Spitzenreiter. Die Franzosen verteidigten Platz zwei durch ein 31:21 (18:9) gegen Polen erfolgreich. Damit muss das Brand-Team für den Halbfinaleinzug am Donnerstag seine Partie gegen die Polen gewinnen und zudem auf Schützenhilfe der Slowenen (gegen Spanien) oder der Ukraine (gegen Frankreich) hoffen. Für den Einzug ins Spiel um Platz fünf reicht bereits ein Unentschieden.

© SID

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