Handball EM: Deutschlands EM-Traum trotz Sieg geplatzt

Handball EM
Deutschlands EM-Traum trotz Sieg geplatzt

Das deutsche Handball-Nationalteam hat auch das dritte EM-Hauptrundenspiel gegen Polen souverän mit 32:24 für sich entschieden, doch der Traum vom EM-Halbfinale platzte trotzdem.

Der Traum vom Einzug ins EM-Halbfinale platzte für die deutschen Handballer nach fünfstündigem Daumendrücken im Hotel. Nach einem 32:24 (16:7) im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Polen blieb die erhoffte Schützenhilfe der Slowenen und Ukrainer für den Titelverteidiger aus. Trotz weißer Weste in der zweiten Turnierphase reichten dem Team von Bundestrainer Heiner Brand 7:3 Punkte letztlich nicht zum vierten Semifinal-Einzug nach 1994.

Dennoch herrscht vor dem Spiel um Platz fünf am Samstag (11.45 Uhr, live im NDR) in Zürich gegen Rekord-Weltmeister Russland, der das Halbfinale durch ein 28:35 gegen Dänemark verpasste, große Zufriedenheit. "Ich bin begeistert vom Auftreten meiner Mannschaft bei dieser EM. Wir haben uns schneller gefunden als erwartet, das hat mich schon sehr überrascht", meinte Brand und zog bereits mit Blick auf die Heim-WM 2007 ein positives Fazit: "Wir riechen an der Weltspitze." Der jetzt angestrebte fünfte Rang würde zudem die direkte Qualifikation für die EM 2008 in Norwegen bedeuten und Planungssicherheit geben.

Ausrutscher blieben aus

Der 53-jährige Brand erfuhr von den Erfolgen Frankreichs (30:20 gegen die Ukraine) und Spaniens (39:33 gegen Slowenien) wie seine Spieler am Donnerstagabend im Mannschaftshotel in Basel. Nur durch einen Ausrutscher der Iberer oder der "Equipe Tricolore" hätte das deutsche Team noch ins Halbfinale kommen können. "Das wäre sicher toll gewesen, aber wir sind nicht enttäuscht. Wir haben gesehen, dass wir mit den besten Mannschaften mithalten können", sagte der Hamburger Pascal Hens.

Dank seines Abwehrbollwerks hatte der Olympia-Zweite zuvor gegen die Polen mit dem früheren deutschen Nationalspieler Bogdan Wenta auf der Trainerbank keinerlei Probleme gehabt. Vor 3 100 Zuschauern in der St. Jakobshalle besiegelten Florian Kehrmann (9 Tore/Lemgo) und Torsten Jansen (6/Hamburg) den 27. Erfolg im 46. Duell mit dem EM-16. von 2004.

"Wir haben nochmal richtig Gas gegeben"

In der sechsten Begegnung binnen acht Tagen stellte die stark ersatzgeschwächte DHB-Auswahl die Weichen schon früh auf Sieg und bestach durch eine kompromisslose 6:0-Deckung vor einem starken Keeper Johannes Bitter. "Wir haben nochmal richtig Gas gegeben und unsere guten Leistungen erneut bestätigt", meinte der Magdeburger Schlussmann. Bezeichnend, dass Polen erst nach über neun Minuten durch Bundesliga-Legionär Karol Bielecki (Magdeburg) zum ersten Feldtor kam. Der Rechtshänder war am Ende bester polnischer Torschütze (8/4).

Auch in der Folge ließen die Deutschen nicht nach und bauten trotz zweier verworfener Siebenmeter den Vorsprung über 6:3 (13.) bis hin zur Neun-Treffer-Führung zur Halbzeit aus. "Da war das Ding gegessen", meinte Hens. Nach dem Wechsel konnte es sich Brand sogar erlauben, einige seiner Leistungsträger zu schonen. Ungeachtet der endgültigen Platzierung schwärmt Brand angesichts der guten Leistungen in der Vorrunde gegen Weltmeister Spanien (31:31) sowie den Hauptrunden-Erfolgen gegen die Ukraine (36:22) und Vize-Europameister Slowenien (36:33) schon jetzt von seiner Sieben. "Wir sind hier als kampfstarkes Team aufgetreten, das ist entscheidend. Ich bin schon stolz darauf", lobte der "rundum zufriedene" Gummersbacher.

© SID

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