Handball EM
DHB-Auswahl behält gegen Island kühlen Kopf

Die deutschen Handballer haben das erste Hauptrundenspiel bei der EM in Norwegen gewonnen. Trotz starken Starts machte es die DHB-Auswahl zwischenzeitlich spannend, gewann am Ende aber doch klar mit 35:27 gegen Island.

Weltmeister Deutschland hat bei der EM in Norwegen zwei Tage nach dem Debakel gegen Spanien die erste Hürde auf dem Weg zum Einzug ins Halbfinale gemeistert. Zum Auftakt der Hauptrunde gewann die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) mit 35:27 (17:12) gegen Island und tankte vor den schweren Begegnungen gegen Titelverteidiger Frankreich und Rekord-Europameister Schweden neues Selbstvertrauen.

"Jetzt wird es richtig schwer"

"Wir dürfen uns von dem Sieg nicht blenden lassen. Jetzt wird es richtig schwer", meinte Torhüter Henning Fritz. Bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) beim 39. Sieg im 61. Duell gegen den WM-Achten Island war der Nordhorner Holger Glandorf mit neun Toren.

Brand war über die Leistungssteigerung seines Teams, das sich in der Hauptrunden-Gruppe II mit 4:2 Punkten auf Platz zwei hinter Frankreich (6:0) verbessert hat, erfreut. "Wir haben die Isländer enorm unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Die ersten 25 Minuten waren sehr stark. Nach der Halbzeit ist es noch einmal eng geworden. Es hat noch nicht alles gepasst", sagte der Gummersbacher, der seiner Truppe nach der bitteren Lehrstunde gegen die Spanier (22:30) ein intensives Videostudium verordnet hatte. Seine Spieler hatten dabei offensichtlich gut aufgepasst.

Schnelle 6:0-Führung nach starkem Start

Vor 1 380 Zuschauern im verschneiten Trondheim erwischte der Europameister von 2004 einen Traumstart. Nach neun Minuten hatte die deutsche Auswahl gegen den EM-Siebten bereits eine 6:0-Führung herausgespielt. Dabei zeigte sich auch der gegen die Iberer katastrophal spielende Rückraum mit Glandorf, Pascal Hens (5 Tore) und Markus Baur (3) deutlich verbessert. Besonders Kapitän Baur führte an seinem 37. Geburtstag in der ersten Halbzeit mit kühlem Kopf Regie und setzte seine Nebenleute geschickt ein.

Davon profitierte besonders Glandorf, der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde und anschließend erklärte: "Wir wollten unbedingt zeigen, dass wir besser spielen können. Das ist uns heute gelungen."

Die mit sechs Bundesliga-Legionären angetretenen Isländer, die in der Vorrunde gegen Frankreich und Schweden chancenlos gewesen waren, kamen erst in der zehnten Minute zum ersten Treffer, als der Gummersbacher Gudjon Valur Sigurdsson Torhüter Johannes Bitter überwand. Der Hamburger erhielt wie schon in der Vorrunden-Begegnung gegen Ungarn von Brand zunächst den Vorzug gegenüber WM-Held Henning Fritz und bot eine ordentliche Leistung.

Auch nach dem Blitzstart hatte der Olympia-Zweite die Begegnung zunächst im Griff. Die Abwehr ging gegen die kampfstarken Isländer aggressiv zu Werke, im Angriff wurden die Chancen zunächst konsequent verwertet. Die Folge war eine Neun-Tore-Führung in der 23. Minute (14:5), von der nach einer kleinen Schwächephase noch ein Fünf-Tore-Vorsprung zur Halbzeitpause übrig blieb.

Isländer melden sich im zweiten Durchgang zurück

Nach dem Wechsel kamen die Isländer, die vom Gummersbacher Trainer Alfred Gislason betreut werden, zunächst besser ins Spiel und auf drei Tore heran (18:21/39. Minute). Brand reagierte und brachte Fritz für Bitter sowie Michael Kraus für Baur auf der Spielmacherposition. Die Maßnahmen fruchteten mit etwas Verzögerung, und das deutsche Team, das auf den nachnominierten Rolf Hermann (Grippe) verzichten musste, steigerte sich wieder.

Island hat nach der dritten Niederlage keine Chance mehr, in die Vorschlussrunde einzuziehen. Das DHB-Team muss sich am Mittwoch (18.15 Uhr/live in der ARD) gegen die starken Franzosen und am Donnerstag (19.20 Uhr/live im ZDF) gegen die jungen Schweden weiter steigern, um den Halbfinaleinzug zu schaffen.

© SID

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