Handball EM
DHB-Damen verpassen EM-Edelmetall

Die deutschen Handballerinnen haben bei der Europameisterschaft in Schweden die Bronzemedaille verpasst. Im "kleinen Finale" unterlag das Team von Armin Emrich mit 25:29 (11:14) gegen Frankreich.

Die Europameisterschaft in Schweden ist für die deutschen Handballerinnen ohne Happyend zu Ende gegangen. Im Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich unterlag das Team von Bundestrainer Armin Emrich mit 25:29 (11:14) und verspielte damit die erste internationale Medaille seit WM-Bronze 1997 im eigenen Land.

"Das war eine einmalige Chance, doch der Druck war einfach zu groß. Noch sind die Mädchen einfach nicht kaltschnäuzig genug", meinte Emrich. WM-Bronze bei der Heim-WM 1997 bleibt damit die bislang letzte internationale Medaille für die deutschen Damen. Bei einer EM hatte das Team vor zwölf Jahren als Zweiter das bislang einzige Mal auf dem Treppchen gestanden. Emrich: "Eine Medaille wäre diesmal natürlich die Krönung gewesen. Aber auch so war es ein Wintermärchen.

Einen Tag nach der 29:33-Halbfinalniederlage gegen Weltmeister Russland, das am Sonntagnachmittag im Finale dem erfolgreichen Titelverteidiger Norwegen mit 24:27 unterlag, reichten auch sieben Treffer von Dänemark-Legionärin Grit Jurack nicht zum sechsten Sieg im achten Turnierspiel. "Jetzt dürfen wir natürlich noch enttäuscht sein. Aber wenn wir nach Hause kommen, können wir sehr stolz auf uns sein", sagte Jurack.

Krause beendet "großartiges Turnier" als beste Torjägerin

Die Leverkusenerin Nadine Krause, die sechsmal traf, konnte sich immerhin wie schon bei der WM im vergangenen Jahr mit der Krone der besten Torjägerin des Turniers trösten und sprach insgesamt von einem "großartigen Turnier".

Nach dem geplatzten Medaillentraum bleibt ihrer Mannschaft das Ticket für die WM 2007 in Frankreich sowie die Europameisterschaft ein Jahr später in Mazedonien. Für Olympia 2008 in Peking qualifiziert sich nur der Europameister direkt, die deutschen Damen müssen den Weg über ein weiteres Quali-Turnier nehmen.

Schwächen in der Chancenauswertung

Vor 3 000 Zuschauern im nur spärlich gefüllten Stockholmer "Globen" begann das Emrich-Team zwar hoch motiviert und mit Clara Woltering für Sabine Englert von Beginn an im Tor. Doch so gut die offensive Abwehr den französischen Rückraum zunächst im Griff hatte, so sehr haperte es wie schon am Vortag an der Chancenauswertung. Viel zu hektisch agierte die Mannschaft im Angriff und brachte den Weltmeister von 2003 damit immer besser ins Spiel. "Schade, dass wir unsere Chancen nicht rein gemacht haben. Frankreich hatte früher als wir den klareren Kopf", erklärte Emrich.

Dabei lag seine Mannschaft Mitte der ersten Halbzeit bereits mit zwei Toren in Front, ehe in Nora Reiche und Abwehrchefin Stefanie Melbeck gleich zwei Spielerinnen für zwei Minuten vom Platz mussten und Frankreich den Rückstand zur Pause schon in einen Drei-Tore-Vorsprung umwandeln konnte.

Unterstützt von der kleinen deutschen Fankolonie steckte die DHB-Auswahl zwar nie auf, vergab aber immer wieder beste Möglichkeiten. Für den nächsten WM-Gastgeber war es erst der dritte Sieg im zwölften Spiel gegen eine deutsche Mannschaft bei einem internationalen Turnier.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%