Handball EM
DHB-Damen verpassen Gruppensieg

Die deutschen Handballerinnen haben bei der EM in Schweden zum ersten Mal das Parkett als Verlierer verlassen. Im letzten Vorrundenspiel unterlag die DHB-Auswahl, die schon vorher weiter war, mit 22:27 gegen Norwegen.

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) hat bei der Frauen-Europameisterschaft in Schweden den Sieg in der Vorrundengruppe B verpasst. Die nach zwei Siegen vorzeitig für die Hauptrunde qualifizierte Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich unterlag Norwegen zum Vorrundenabschluss in Göteborg mit 22:27 (9:15).

Hauptrundenauftakt gegen Ungarn

Damit hat die deutsche Mannschaft eine optimale Ausgangsposition für die anstehende Hauptrunde verpasst und startet am Dienstag mit 2:2 Punkten gegen den WM-Dritten Ungarn (4:0). Weitere Gegner in Göteborg sind am Mittwoch das vom Nürnberger Bundesligacoach Herbert Müller trainierte Team aus Österreich (2:2) und am Donnerstag Mazedonien (0:4).

"Ich bin traurig, dass wir nicht mit vier Zählern starten. Der Unterschied zwischen uns und Norwegen lag im Tempogegenstoß, den die Skandinavierinnen fast perfekt spielen", analysierte Emrich und blickte bereits Richtung Dienstag: "Bis dahin müssen wir die Köpfe frei bekommen und Energie schöpfen."

Vor 5 000 Zuschauern im Scandinavium konnten nach vorangegangenen Siegen gegen Slowenien (31:30) und Polen (30:20) auch Nadine Krause (9/4 Tore/Leverkusen) und Grit Jurack (5/Viborg) als beste Werferinnen die erste deutsche EM-Niederlage nicht verhindern. "Wir hatten uns viel vorgenommen. Aber letztlich haben wir zu viele Fehler gemacht. Zumindest haben wir uns nicht abschlachten lassen", meinte die Leverkusener Kreisläuferin Anne Müller (1).

Dabei hielt der WM-Sechste gegen den zweimaligen Europameister zumindest zu Beginn noch mit und ging schnell 4:1 (6.) in Führung. Doch die sechsminütige Durststrecke ohne deutschen Treffer und einige überhastete Torwürfe nutzten die Norwegerinnen für ihre gefürchteten Tempogegenstöße. Obwohl die zunächst für Keeperin Clara Woltering eingesetzte Alexandra Gräfer einige Paraden zeigte, erarbeitete sich der überlegene Titelfavorit einen vorentscheidenden Sechs-Tore-Vorsprung (13:7/26.).

Auch nach dem Wechsel dominierte der Ex-Weltmeister aus Norwegen mit seinem schnellen Angriffsspiel die Partie. Einzig die 24 Jahre alte WM-Torschützenkönigin Krause konnte gelegentliche Glanzpunkte setzen, der Rückstand betrug aber nie weniger als fünf Treffer. Noch vor der Partie hatte Emrich ein überwiegend positives EM-Zwischenfazit gezogen und vor allen Dingen den guten Teamgeist gelobt. "Das war insgesamt eine gute erste Phase in diesem Turnier", bilanzierte Emrich. Trotz des Dämpfers gegen Norwegen lebt der Traum von der ersten EM-Medaille seit 1994 (Silber) weiter.

Besonders der Zittersieg gegen Slowenien, durch den sich die Deutschen am Freitagabend vorzeitig für die Hauptrunde qualifiziert hatten, ließ Emrich zu einer wichtigen Erkenntnis kommen. "In Stresssituationen übernimmt immer wieder eine andere Spielerin Verantwortung. Der Druck ist bei uns auf viele Schultern verteilt", erklärte der 55 Jahre alte Pädagoge.

Krause überzeugt auf ganzer Linie

Den hohen Erwartungen vollauf gerecht wurde bisher die nach der Saison ins Frauenhandball-Mekka Dänemark abwandernde Krause. "Nadine erfüllt ihre Rolle als Leistungsträgerin sehr gut", lobte Emrich. Gerade in brenzligen Situationen übernimmt die 24 Jahre alte "Halblinke", mit 27 Treffern nach der Vorrunde beste deutsche Werferin, immer wieder Verantwortung.

© SID

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