Handball EM
DHB-Team erreicht Remis gegen Weltmeister Spanien

Bei der EM in der Schweiz ist der deutschen Handball-Nationalmannschaft ein erfolgreicher Auftakt gelungen. Das ersatzgeschwächte DHB-Team erreichte gegen Weltmeister Spanien ein 31:31 (16:15).

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat einen gelungenen Start in die Europameisterschaft in der Schweiz hingelegt und direkt für eine Überraschung gesorgt. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Heiner Brand trennte sich im ersten Vorrundenspiel der Gruppe B 31:31 (16:15) von Weltmeister Spanien.

Frankreich lässt Slowakei keine Chance

In einer weiteren Partie der Gruppe B besiegte das mit fünf Bundesliga-Legionären gespickte französische Team von Trainer Claude Onesta den EM-Debütanten Slowakei mit 35:21 (19:9) und übernahm die Tabellenführung.

Vor 4 800 Zuschauern in der St. Jakobshalle in Basel zählten Bertrand Gille (5 Treffer/Hamburg) sowie Daniel Narcisse (Gummersbach), Nikola Karabatic (Kiel) und Joel Abati (alle 4/Magdeburg) zu den erfolgreichsten Werfern der "Equipe Tricolore".

Mit einem Erfolg in der kommenden Partie am Samstag gegen EM-Debütant Slowakei könnte Titelverteidiger Deutschland möglicherweise schon vorzeitig das Ticket für die Hauptrunde lösen.

Hens und Zeitz beste deutsche Werfer

Vor 5 300 Zuschauern in der St. Jakobshalle überragten Pascal Hens (8 Tore/Hamburg) und Christian Zeitz (6/Kiel) als beste Werfer. Kurz vor Schluss hatte die deutsche Mannschaft sogar noch 31:29 geführt. "Hochachtung vor der Mannschaft, was sie heute geleistet hat, war famos. Die Mannschaft hat im richtigen Moment Moral gezeigt und nach einem miserablen Anfang überzeugt und eine Trotzreaktion gezeigt. Man hat aber gesehen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind", meinte ein völlig geschaffter Bundestrainer nach der Partie.

Die als Außenseiter in die siebte kontinentale Meisterschaft gestartete Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), in deren Reihen nach Rücktritten und der Verletzungsmisere nur noch fünf Europameister von 2004 stehen, wurde gleich kalt erwischt. Fehlwürfe und technische Unzulänglichkeiten sorgten für einen schnellen 0:5-Rückstand (5.). Erst nach 311 Sekunden gelang Kreisläufer Andrej Klimowets (Östringen) der erlösende erste deutsche Treffer.

"Da war mehr drin"

Auch in der Folge tat sich der Titelverteidiger gegen die offensive Deckung der Spanier sehr schwer, fand aber über eine stetig stärker werdende Defensive vor dem aufmerksamen Keeper Henning Fritz (Kiel) immer besser ins Spiel. Nicht zuletzt, weil der auch ohne Spielmacher Oleg Velyky (Kreuzbandriss/Östringen) gut harmonierende Rückraum spielerische Akzente setzte. "Ich ärgere mich etwas, denn da war mehr drin. Aber wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und übermütig werden", sagte Fritz.

Selbst der unter hartnäckigen Magen-Darm-Beschwerden leidende Zeitz (Brand: "Hochachtung vor seiner Leistung") biss auf die Zähne und schaffte Lücken, von denen insbesondere Hens auf der "Königsposition" im linken Rückraum profitierte. Der 25-Jährige war es auch, der für die erste Zwei-Tore-Führung (14:12/25.) der Brand-Sieben sorgte. "Ich bin enttäuscht, dass wir noch einen Punkt abgegeben haben", meinte Hens.

Mit großem kämpferischen Einsatz machte der WM-Neunte nach dem Wechsel auch zwischenzeitliche Rückstände wett und führte sogar mit 24:21 (43.). Auch in der Folge zeigte sich die DHB-Auswahl nervenstark, konnte am Ende den Sieg aber nicht über die Zeit bringen.

"Große Probleme nach 2008"

Ungeachtet des guten EM-Auftakts wird einigen DHB- und Bundesliga-Funktionären bei dem Gedanken an die Zukunft des deutschen Handballs bange. "Nach 2008 bekommen wir große Probleme", betonte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier und fordert eine "deutsche Quote" für die Eliteliga. Die freiwillige Beschränkung der Ausländerzahl könne bei zehn Legionären anfangen und solle "im optimalen Fall bei sechs Ausländern enden", schlug der frühere Nationalcoach Bredemeier vor. Zusammen mit Brand arbeitet er derzeit an einem Konzept, das mit den 18 Bundesligisten im Frühjahr diskutiert werden soll.

DHB-Präsident Ulrich Strombach ist zumindest von der mittelfristigen Leistungsstärke der Brand-Auswahl überzeugt. "Dieses Team ist schon sehr viel weiter als es unsere alte Erfolgsmannschaft zum vergleichbaren Zeitpunkt vor acht Jahren waren", urteilte Strombach. Der Jurist hofft, dass die Deutschen bei der WM 2007 im eigenen Land endlich einmal vom obligatorischen Verletzungspech verschont bleiben: "Dann können wir an alte Erfolge anknüpfen, denn das Potenzial ist da", unkt Strombach.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%