Handball EM
DHB-Team will das "Wunder von Basel"

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft startet heute gegen die Auswahl der Ukraine in die EM-Hauptrunde. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand will mit einem Sieg den Grundstein für das "Wunder von Basel" legen.

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht bei der EM in der Schweiz vor einer schwierigen Mission in der Hauptrunde. Heute (15.15 Uhr/live im NDR oder WDR) trifft die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand auf die Ukraine. Die Nationalmannschaft benötigt dabei unbedingt einen Sieg, um den Einzug ins Halbfinale zu schaffen. "Wir sind hier, um ins Halbfinale zu kommen. Jeder, der nicht mehr daran glaubt, kann gleich nach Hause fahren. Jetzt müssen wir eben alle Spiele gewinnen", betonte Abwehrchef Oliver Roggisch vom SC Magdeburg vor dem Auftaktspiel in der Hauptrunde.

Kraftakt wartet auf DHB-Team

Angesichts der dicht folgenden Partien gegen den verlustpunktfreien Vize-Europameister Slowenien am Mittwoch (15.15 Uhr/live im ZDF) und Polen am Donnerstag (15.15 Uhr/live in der ARD) wartet aber ein Kraftakt auf die ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft. "Das wird ganz schwer, weil wir bei der EM in punkto Physis schon an unsere Grenzen gehen mussten", mahnte Bundestrainer Heiner Brand, der um 7.15 Uhr am Montag beim frühmorgendlichen Videostudium einen Schock bekam. "Ich war erschrocken über die gute Leistung der Ukraine gegen die Schweiz", bekannte der DHB-Coach und hat für die Hauptrunde nur ein Ziel: "Wir wollen uns weiter so teuer wie möglich verkaufen." Das Halbfinale, behauptet Brand strengen Blickes, habe er noch nicht mal im Hinterkopf.

Rückraumspieler Pascal Hens aber betätigte sich am spielfreien Montag als besonderer Motivator und verschwendete keinen Gedanken mehr an die abschließende Vorrundenniederlage gegen Frankreich (25:27). Der 2,03-m-Schlaks vom HSV Hamburg wurde trotz oder gerade wegen der schwierigen Ausgangslage nicht müde, an den EM-Titelgewinn 2004 in Slowenien zu erinnern.

"Damals sind wir wie jetzt mit nur einem Punkt in die Hauptrunde gestartet. Das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, denn es ist ein gutes Omen", meinte Hens und erhielt moralische Unterstützung von Europameister Christian Schwarzer. Alles ist noch machbar. Dieses Team hat großes Potenzial, auch wenn es jetzt auf Schützenhilfe der anderen angewiesen ist", sagt der Ex-Nationalspieler vom TBV Lemgo, der als Edel-Fan in der Alpenrepublik weilt.

Auch damals in Ljubljana wartet wie jetzt Geheimfavorit Slowenien als zweiter Hauptrundengegner am Mittwoch. Die Mannschaft um den Magdeburger Bundesliga-Legionär Renato Vugrinec startet mit der besten Ausgangsposition (4:0 Punkte), vor Weltmeister Spanien (3:1), Polen mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Bogdan Wenta als Coach und Frankreich (beide 2:2) in die zweite Woche.

Brand positiv überrascht

Obwohl das Wunder von Basel für Brand "nicht mehr realistisch ist", hat der 53-Jährige bereits ein erstes positives EM-Fazit gezogen. "Ich habe viele gute Dinge gesehen, die Hoffnung auf die Zukunft machen. Wir sind auf einem guten Weg", bilanzierte Brand, der sich sowohl kurz- wie langfristig um die physischen Voraussetzungen seiner Profis sorgt. "In den Zweikämpfen", kritisierte der Gummersbacher: "sind wir oft unterlegen. Daran müssen wir weiter hart arbeiten."

Verlassen kann sich Brand diesbezüglich auf seinen neuen robusten Abwehr-Mittelblock Roggisch/Andrej Klimowets. "Die haben ein Zeichen gesetzt, auch für die Zukunft", lobte der derzeit verletzte Spielmacher Markus Baur das Duo. Der eingebürgerte Weißrusse Klimowets ("Die Maschine läuft"), mit 18 EM-Treffern derzeit bester deutscher Werfer, ist nach nur 13 Länderspielen für den DHB auch am gegnerischen Kreis nicht mehr wegzudenken.

Roggisch hat sich derweil mit seiner Rolle als reiner Abwehrspieler abgefunden. "Im Angriff reicht es bei mir nicht, da bin ich Realist", bekannte der 27-Jährige und will seinem Erfolgsdurst wenn möglich schon in der Schweiz stillen. Roggisch: "Ich will mit der Nationalmannschaft noch viele Titel gewinnen."

© SID

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