Handball EM
EM kommt zu früh - Pascal Hens verzichtet

Das DHB-Team muss bei der EM in Österreich ohne seinen Rückraumstar Pascal Hens auskommen. Der 29-Jährige laboriert nach wie vor an den Folgen seiner Achillessehnen-OP im Juli.

Rückschlag für die deutsche Handball-Nationalmannschaft: Dreieinhalb Monate vor der EM in Österreich (19. bis 31. Januar) hat Rückraumstar Pascal Hens seinen Verzicht auf das Turnier erklärt und Bundestrainer Heiner Brand damit die fast schon obligatorische Absage vor Großereignissen erteilt.

"Laufe meiner Fitness hinterher"

Der Hamburger steckt nach der operativen Entfernung eines Fersensporns im Juli noch in der Rehabilitation und fühlt sich den Belastungen einer EM noch nicht gewachsen. "So hat es keinen Zweck. Seit zwei Jahren laufe ich meiner Fitness hinterher, nach Olympia die Operation an meinem Knie, dann die an meiner Ferse, dazu immer diese Schmerzen", sagte Hens, der am 5. Oktober zu einer weiteren Untersuchung nach Basel muss. Er müsse jetzt zuerst dafür sorgen, dass er wieder schmerzfrei trainieren könne und fit werde. Hens: "Da wäre es Wahnsinn, die Teilnahme an der EM, bei der fast täglich ein Spiel ansteht, ernsthaft ins Auge zu fassen."

Der 29-Jährige unterrichtete Bundestrainer Heiner Brand, der vor großen Turnieren immer wieder mit Absagen zu kämpfen hat, am Mittwochabend beim Bundesliga-Gastspiel seines HSV beim VfL Gummersbach von seiner Entscheidung. "Das ist ganz in meinem Sinne. Pommes muss endlich wieder zu seinem vollen Leistungsvermögen kommen. Ein paar Bundesliga-Spiele im Vorfeld sind keine Basis, um bei einer EM-Endrunde bestehen zu können", sagte Brand.

Alternativen heißen Kaufmann, Christophersen, Kneer und Kraus

Auf Hens' Position im linken Rückraum dürften nun verstärkt der Göppinger Lars Kaufmann, Sven-Sören Christophersen aus Wetzlar, der Großwallstädter Stefan Kneer oder auch der eigentlich als Regisseur vorgesehene Michael Kraus (Lemgo) in den Vordergrund rücken.

Hens rechnet erst für Ende Oktober mit seinen ersten Einsätzen in der Liga. "Selbst wenn ich in den folgenden zwei Monaten ohne Blessuren durchkomme, reicht das noch lange nicht für eine optimale Leistung bei einem so schwierigen Turnier wie der EM."

Seine Karriere in der Nationalmannschaft will der Weltmeister von 2007 und Europameister von 2004 aber fortsetzen: "Wenn ich wieder richtig fit bin, werde ich in der Nationalmannschaft wieder voll angreifen. Das ist mein großes Ziel." Der 164-malige Nationalspieler, der seinen ersten Einsatz in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) bereits 2001 absolvierte, wird immer wieder vom Verletzungspech verfolgt.

Die vergangene WM im Januar in Kroatien konnte er wegen muskulärer Probleme nicht zu Ende spielen. Nach einem Bruch des Schienbeinkopfes bei den Olympischen Spielen in Peking hatte er bereits im vergangenen Jahr den Saisonstart verpasst.

Schwalb: "Sehr vernünftig"

HSV-Trainer Martin Schwalb begrüßte die Entscheidung seines Schützlings. "Es ist sehr vernünftig, dass Pascal den Weg, den er mit der Operation begonnen hat, konsequent weiter geht und auf die EM, die ihn auf diesem Weg wieder zurückwerfen könnte, verzichtet", sagte Schwalb.

© SID

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