Handball EM
Erste EM-Niederlage für DHB-Auswahl

Titelverteidiger Deutschland hat bei der Handball-EM in der Schweiz die erste Niederlage hinnehmen müssen. Gegen den WM-Dritten Frankreich verlor die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand 25:27 (11:13).

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist bei der EM in der Schweiz erstmals an ihre Grenzen gestoßen. Durch die erste Niederlage verpasste der Titelverteidiger eine nahezu perfekte Ausgangsposition für die am Dienstag beginnende Hauptrunde. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand unterlag dem WM-Dritten Frankreich im letzten Vorrundenspiel in Basel 25:27 (11:13) und belegt vor der Partie zwischen Weltmeister Spanien und der Slowakei am Sonntagnachmittag in der Gruppe B mit 3:3 Punkten den dritten Platz.

Das ersatzgeschwächte deutsche Team geht nun unabhängig vom Ausgang des letzten Gruppenspiels mit 1:3 Zählern in die nächste Turnierphase, in der von Dienstag bis Donnerstag in Basel die Ukraine (Dienstag), der EM-Zweite Slowenien (Mittwoch) und Polen (Donnerstag) warten. "Das Erreichen des Semifinals ist durchaus möglich. Diese Mannschaft hat einen tollen Teamgeist und kann mit ihren kämpferischen Qualitäten noch viel erreichen", lobte DHB-Präsident Ulrich Strombach mit erwartungsfrohem Blick auf die Hauptrunde.

Klimovets und Kehrmann beste Werfer

Vor 6 600 Zuschauern in der ausverkauften St. Jakobshalle konnten auch Andrej Klimowets (6/Kronau-Östringen) und Florian Kehrmann (4/Lemgo) als beste deutsche Werfer die 31. Niederlage im 61. Vergleich mit den Franzosen nicht verhindern. Einen Tag nach dem Pflichtsieg gegen den EM-Debütanten Slowakei (31:26) und dem damit schon perfekten Hauptrunden-Einzug wurde das Prestigeduell wie erwartet von zwei starken Abwehrreihen dominiert.

Brand hatte im Tor überraschend Johannes Bitter den Vorzug vor Welthandballer Henning Fritz (Kiel) gegeben, und der Magdeburger konnte lange Zeit überzeugen. Auch der Einsatz von Spielmacher Michael Kraus (Göppingen) in der Start-Sieben zahlte sich zunächst aus. Nach ausgeglichenem Beginn gingen die mit fünf Bundesliga-Legionären angetretenen Franzosen in der 23. Minute erstmals mit zwei Toren in Führung (9:7). Welthandballer Henning Fritz strahlte nach der Partie Zuversicht aus. "Wir gehen mit erhobenem Kopf in die Hauptrunde. Wir haben noch theoretische Chancen auf alles", erklärte der Torhüter des THW Kiel.

Dabei profitierte die "Equipe tricolore" nicht zuletzt von zwei verworfenen Siebenmetern der Deutschen sowie der Abschlussschwäche von Rückraumspieler Pascal Hens (Hamburg). Die Vorentscheidung fiel nach dem Wechsel, als der Olympia-Fünfte auf 20:15 (44.) davonzog und den Vorsprung danach routiniert über die Zeit brachte.

Weiter Hoffnung auf das Halbfinale

Das deutsche Team hat aber trotz der vergleichsweise ungünstigen Ausgangsposition weiter Halbfinal-Chancen. Schon beim ersten EM-Triumph vor zwei Jahren in Slowenien war die Brand-Sieben mit nur einem Punkt in die Hauptrunde gestartet - und hatte dennoch anschließend den Titel geholt. "Ich will jedes Spiel gewinnen", betonte der neue Abwehrchef Oliver Roggisch (Magdeburg).

In der Schweiz erreichten nur die jeweils ersten Drei der vier Vierer-Gruppen die EM-Hauptrunde. In die zweite Turnierphase werden nur die gegen die ebenfalls qualifizierten Konkurrenten erzielten Vorrunden-Ergebnisse mitgenommen. Die Halbfinals werden am Samstag (4. Februar) in Zürich ausgetragen, das EM-Endspiel findet einen Tag später ebenfalls im Züricher Hallenstadion statt.

© SID

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