Handball EM
Frankreich gewinnt EM-Finale gegen Spanien

Frankreich hat sich zum ersten Mal den EM-Titel der Handballer gesichert und tritt damit die Nachfolge von Deutschland an. Im Finale in Zürich gewannen die Franzosen mit 31:23 (17:13) gegen Weltmeister Spanien.

Die "Handball-Bundesliga-Auswahl" Frankreichs hat sich dank des überragenden Nikola Karabatic (elf Tore) vom THW Kiel ihren ersten EM-Titel gesichert. Der Olympia-Fünfte gewann das Endspiel der 7. Europameisterschaft vor 11 500 Zuschauern in Zürich gegen Weltmeister Spanien mit 31:23 (17:13) und löste Deutschland als Champion ab. Für die mit fünf Bundesliga-Legionären gespickte "Equipe Tricolore" ist der Gewinn der EM-Goldmedaille der größte Erfolg nach den beiden WM-Triumphen von 1995 und 2001.

Angeführt vom wie entfesselt aufspielenden Karabatic sowie einem umsichtigen Joel Abati (6/1/Magdeburg) entzauberte Frankreich die favorisierten Spanier, die im dritten EM-Finale nach 1996 und 1998 ihre dritte bittere Niederlage kassierten. Die bis dato bei der EM in der Schweiz ungeschlagenen Iberer wären bei einem Final-Erfolg die zweite Mannschaft nach Schweden (1999/2000) gewesen, die als amtierender Weltmeister auch die EM-Schale gewonnen hätte.

Dänemark gewinnt das "kleine Finale" gegen Kroatien

Seine dritte EM-Bronzemedaille in Serie gewann am Sonntag das mit vier Flensburger Legionären angetretene Team Dänemarks durch ein 32:27 (16:9) im kleinen Finale gegen die entkräfteten Kroaten.

In einem auf mittelmäßigen Niveau stehenden Finale profitierten die Franzosen, die das Vorrundenspiel gegen den Weltmeister noch verloren hatten (26:29), auch vom Ausfall des spanischen Topkeepers David Barrufet. Der 35-Jährige schied in der 16. Minute mit einer Wadenverletzung aus. Dank großer Konsequenz in der offensiven Deckung und Coolness in der Chancenverwertung baute Frankreich seinen Vorsprung über 17:14 (32.) bis auf 27:20 (50.) aus. Auch die folgende Rote Karte für Guillaume Gille vom HSV Hamburg wegen einer Tätlichkeit brachte Frankreich nicht mehr von der Siegesstraße ab. Für die Iberer traf Juan Garcia (6) am besten.

Der Flensburger Linkshänder Sören Stryger (5/1) indes ebnete den Dänen neben Lars Madsen (9) und Jesper Jensen (5) den Weg zum Bronze-Hattrick. Zum Matchwinner avancierte aber der frühere Lemgoer Keeper Kasper Hvidt. Allerdings profitierte das Team des neuen Trainers Ulrik Wilbek auch vom verletzungsbedingten Ausscheiden des Kroaten Ivano Balic (1). Der Weltklasse-Spielmacher musste in der 13. Minute nach einem Zusammenprall mit einer Kopfverletzung das Spielfeld verlassen und konnte nicht mehr eingreifen. Für den Vize-Weltmeister aus Kroatien, der seit 1994 auf eine EM-Medaille wartet, waren der Flensburger Profi Blazenko Lackovic (6) und Linkshänder Mirza Dzomba (6/4) die erfolgreichsten Torwerfer.

EHF-Präsident Lian zieht positives Fazit

Bereits vor dem Finale hatte Tor Lian als Präsident der Europäischen Handball-Federation (EHF) ein durchweg positives EM-Fazit gezogen. "Die hohen Erwartungen wurden erfüllt. Der Schweizer Standard ist wirklich eine Herausforderung für die kommenden kontinentalen Meisterschaften", sagte der Norweger Lian. Zwar ließ der Zuschauerzuspruch besonders in der Hauptrunde in Basel zu wünschen übrig, doch mit einer Auslastung von rund 90 Prozent der Zuschauerkapazität (insgesamt 94 000 Besucher) waren die Veranstalter zufrieden. Die Anzahl der Zugriffe auf die offizielle EHF-Webpage konnte während des Turniers gegenüber der EM 2004 in Slowenien sogar verdreifacht werden.

© SID

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