Handball EM
Handballerinnen wollen die ersehnte EM-Medaille

Bei der Handball-EM in Skandinavien wollen die deutschen Frauen eine Medaille holen. Schlüssel zum Erfolg könnte schon das Auftaktspiel am heutigen Dienstag gegen Schweden werden.

Am Flughafen in Oslo fehlte die mannschaftliche Geschlossenheit bei Deutschlands Handballerinnen noch. Weil Anja Althaus Probleme bei der Anreise aus Dänemark hatte, mussten die Teamkolleginnen vor dem Bustransfer nach Larvik auf die Kreisläuferin warten. Der großen Zuversicht vor dem EM-Auftakt am Dienstag gegen Schweden (17.45 Uhr/live in Sport1) tat die kleine Panne keinen Abbruch. "Jede von uns will eine Medaille gewinnen. Wenn es geht, die goldene", sagte Althaus über die Zielsetzung, die zuvor jede Spielerin einzeln auf einen Zettel schreiben musste.

Auch Rekordtorschützin Grit Jurack hofft ungeachtet einer durchwachsenen Testphase auf die zweite EM-Medaille nach 1994 (Silber). "Wir standen zuletzt zweimal im Halbfinale und wurden Vierter. Jetzt wollen wir auch mal ein Semifinale gewinnen", sagte die 33-Jährige und gab sich selbstbewusst: "Wir können jeden schlagen." Vielleicht hilft auch der Aberglaube: 1993 wurde die deutsche Mannschaft in Norwegen Weltmeister.

Schweden, Niederlande, Ukraine

Damit der Medaillentraum des WM-Siebten von 2009 in Erfüllung gehen kann, müssen bereits in der Gruppenphase fleißig Punkte gesammelt werden. Nach Schweden sind die Niederlande am Mittwoch und die Ukraine am Freitag (beide 19.45) die Gegner.

Der Auftakt gegen die Skandinavierinnen am Dienstag in der 4 000 Zuschauer fassenden Arena Larvik gilt schon als Schlüsselspiel. "Das ist die wichtigste und eine wirklich richtungsweisende Partie. Die Schwedinnen können einen modernen und temporeichen Handball spielen. Und sie kämpfen immer bis zum Umfallen", sagte Bundestrainer Rainer Osmann.

Schweden als "schlechtes Omen"

Die Erinnerungen der deutschen Mannschaft an den WM-13. sind ohnehin nicht die besten. 2001 verspielte die DHB-Auswahl gegen die "Tre Kronors" die WM-Qualifikation, und vor zweieinhalb Jahren besiegelte Schweden das Aus der Deutschen bei Olympia in Peking. Nina Wörz will sich davon nicht verrückt machen lassen. Vielmehr setzt die Spielmacherin des dänischen Klubs Randers HK auf den Teamgeist als Schlüssel zum Erfolg. "Unsere Stärke ist die Mannschaft. Wir sind keine Individualisten. Jeder hat seine Aufgabe und ist wichtig", sagte Wörz.

Und trotzdem ruhen die Hoffnungen wie so oft in der Vergangenheit vor allem auf Rekordnationalspielerin Jurack. Die Champions-League-Siegerin vom Spitzenverein Viborg HK/Dänemark hat in 294 Länderspielen 1 557 Tore geworfen. Nach der Geburt ihres Sohnes Lukas im Februar hat die "Mutter der Kompanie", die für die Wahl zur Welthandballerin 2010 nominiert ist, fast schon wieder ihr altes Leistungsniveau erreicht. "Ich erwarte von Grit, dass sie mit ihren Führungsqualiäten Einfluss auf die Qualität unseres Spiels nimmt", sagt Osmann.

Europameister löst automatisch Olympia-Ticket

Die Stunde der Wahrheit wird für die DHB-Equipe spätestens in der Hauptrunde schlagen, wenn voraussichtlich Titelverteidiger Norwegen sowie die Mitfavoriten Frankreich und Ungarn warten. "Wenn wir uns da weiter steigern können, dann wäre auch das Halbfinale nicht ausgeschlossen", glaubt Osmann.

Der Anreiz für einen Triumph im Finale vor 12 500 Zuschauern im dänischen Herning ist groß: Der neue Europameister löst als erste Mannschaft das Ticket für die Olympischen Spiele 2012 in Lodon. Osmann: "Es wäre wunderschön, wenn uns die Überraschung bei der EM gelingen würde. Dann hätten wir Olympia vorzeitig in der Tasche."

© SID

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