Handball EM
Rumänien beendet deutsche Serie

Die deutschen Handballerinnen haben im letzten Spiel der Hauptrunde die erst Niederlage bei der EM erlitten. Nach dem 24:32 gegen Rumänien muss sich das DHB-Team mit Rang zwei hinter den Osteuropäerinnen begnügen.

Die erste Niederlage des Turniers gab es für Deutschlands Handballerinnen zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt. Das "Endspiel" um den Gruppensieg bei der WM in Frankreich hat Deutschland zwar verloren, aber trotz der ersten Turnierniederlage eine glänzende Ausgangsposition für das Viertelfinale am Donnerstag in Paris behalten. Das Team von Bundestrainer Armin Emrich unterlag Vizeweltmeister Rumänien in Dijon mit 24:32 (12:16) und fiel zum Abschluss vom ersten auf den zweiten Platz der Hauptrundengruppe II zurück.

Damit spielt der EM-Vierte von 2006 am Donnerstag in der K.o.-Runde gegen Außenseiter Angola um den Einzug ins Halbfinale. "Man darf sie trotz allem nicht unterschätzen, sie sind unberechenbar. An ihrer unorthodoxen Spielweise ist schon so mancher gescheitert", warnte Grit Jurack (Viborg HK/Dänemark) vor dem Afrikameister. Die Anwurfzeit wird erst am Mittwochmorgen definitiv feststehen.

Vor rund 3 000 Zuschauern im Palais des Sports konnten auch die beiden Dänemark-Legionärinnen Steffi Melbeck (6 Tore/KIF Kolding) und Nora Reiche (4/2/Viborg HK) die erste Schlappe der Emrich-Sieben in der siebten Turnierpartie binnen zehn Tagen nicht verhindern. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) profitierte allerdings von der überraschenden Niederlage der Ungarinnen (26:31 gegen Südkorea) und konnte dadurch einem drohenden Viertelfinalduell mit Titelverteidiger Russland aus dem Weg gehen.

Englert mit starker Anfangsphase

Zwei Tage nach der durchwachsenen Leistung gegen Polen (35:32) hatte die deutsche Equipe besonders zu Beginn Probleme in der Abwehr. Zunächst konnte Keeperin Sabine Englert (Hypo Niederösterreich) ihre Mannschaft durch glänzende Paraden einige Zeit im Spiel halten. Doch in der Folge machten die körperlich robusten Rumäninnen binnen zehn Minuten aus einem 3:4-Rückstand eine Fünf-Tore-Führung (11:6/20.). Nicht zuletzt, weil die DHB-Auswahl in dieser Phase viele Tempogegenstöße vergab.

Trotzdem ließ sich der WM-Dritte von 1997 nicht entmutigen und steigerte sich besonders in der Defensive. Im Angriff nutzte besonders Nadine Härdter (Thüringer HC) auf Linksaußen ihre Chance, so dass Deutschland fünf Minuten vor der Pause auf 11:12 verkürzen konnte.

Althaus verletzt sich im Training

Unter ihren Möglichkeiten blieb aber erneut Welthandballerin Nadine Krause (FC Kopenhagen), die weiter nach ihrer gewohnten Form sucht und wie Grit Jurack (Viborg HK) in der zweiten Halbzeit geschont wurden. Bei der letzten Weltmeisterschaft war die 25 Jahre alte Rückraumspielerin Krause noch die erfolgreichste WM-Torschützin gewesen. Auch nach dem Wechsel erwiesen sich die Rumäninnen als insgesamt zielstrebigere Formation, obwohl besonders Linkshänderin Melbeck und die eingewechselte Torhüterin Clara Woltering (Bayer Leverkusen) gefallen konnten.

Am Dienstagvormittag hatte die deutsche Mannschaft einen personellen Rückschlag hinnehmen müssen. Kreisläuferin Anja Althaus hatte sich im Training einen Außenbandriss im linken Fuß zugezogen, nachdem sie nach einer Schulteroperation gerade wieder den Anschluss geschafft hatte. Die Dänemark-Legionärin aus Viborg hatte gehofft, von Emrich für das Viertelfinale als 16. Spielerin nachnominiert zu werden.

Nach Platz sechs bei der WM 2005 und dem vierten Rang bei der EM 2006 will das Emrich-Team in Frankreich endlich eine Medaille gewinnen. Durch den seit dem Wochenende feststehenden Einzug ins Viertelfinale hatte die DHB-Auswahl bereits ihre Teilnahme an einem der drei olympischen Qualifikationsturnier im März 2008 gesichert. Nur der Weltmeister 2007 qualifiziert sich direkt für die Sommerspiele im kommenden Jahr in Peking.

© SID

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