Handball EM
Schwacher EM-Auftakt für deutsches Handball-Team

Nach schwacher Leistung haben die deutschen Handballerinnen den EM-Auftakt in Nowegen und Dänemark verpatzt. Das Team verlor gegen Schweden mit 25:27 (14:12).

Die deutschen Handballerinnen haben den Auftakt der Europameisterschaft in Norwegen und Dänemark (bis 19. Dezember) verpatzt: Das Team von Bundestrainer Rainer Osmann verlor sein erstes Gruppenspiel in Larvik nach einer schwachen Leistung mit 25:27 (14:12) gegen den WM-13. Schweden und hat bei seiner Medaillen-Mission einen herben Rückschlag erlitten.

"Ich bin sehr enttäuscht von unserer Effektivität und der Quote im Angriff. Wir haben zu viele eigene Fehler gemacht. Es ist eine erhebliche Steigerung nötig, wenn wir unser erstes Teilziel, die Hauptrunde, erreichen wollen", sagte Osmann und meinte: "Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele für uns."

Achte Pleite im 56. Spiel gegen Schweden

Auch Franziska Mietzner (6 Tore/Frankfurter HC) und Anja Althaus (5/Viborg HK) als beste Werferinnen konnten vor 1 800 Zuschauern die achte Niederlage im 56. Spiel gegen Schweden nicht verhindern. Die Entscheidung fiel in der Schlussphase, als die nervösen deutschen Spielerinnen nach eigener Führung (24:23/54.) völlig den Kopf verloren und sich in der 59. Minute einem Dreitore-Rückstand gegenübersahen (24:27). "Es ist sehr enttäuschend, wenn man dem Gegner fast über die ganze Zeit überlegen war und trotzdem verliert", meinte Spielmacherin Nina Wörz (2).

Im nächsten Spiel am Mittwoch ist für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gegen die mit zehn Bundesliga-Legionärinnen gespickten Niederländerinnen (19.45 Uhr/live in Sport1) ein Sieg Pflicht, um die Hauptrunde nicht aus dem Augen zu verlieren. Die Oranjes besiegten am Dienstag die Ukraine mit 25:13 (13:8), die am Freitag letzter Gruppengegner des Osmann-Teams ist. Die jeweils ersten drei Mannschaften der vier Vierergruppen ziehen in die Hauptrunde ein.

Der DHB-Sieben war die Nervosität zu Beginn des Turniers deutlich anzumerken. Im Angriff leistete sich die Osmann-Equipe viele Ballverluste und vergab unter anderem zwei Siebenmeter. Einzig Torhüterin Clara Woltering und die 1,92 Meter große Mietzner hielten den Favoriten in einer schwachen ersten Halbzeit mit starken Szenen im Spiel.

Jurack mit Problemen

Gegen die aggressive Deckung der Schwedinnen tat sich besonders Rekordnationalspielerin Grit Jurack (2) schwer, die erst in der 36. Minute ihr erstes Tor warf. Die Dänemark-Legionärin hatte wegen einer Babypause die WM 2009 verpasst.

Vor der Pause konnte der WM-Siebte zwar binnen acht Minuten von 8:8 auf 12:9 (27.) davonziehen. Doch auch nach dem Wechsel wirkte das deutsche Angriffsspiel über weite Phasen zerfahren - und alles andere als medaillenreif. Schweden schaffte in einer ausgeglichenen Begegnung immer wieder den Ausgleich und ging beim 22:21 (51.) erstmals in der zweiten Hälfte in Führung.

Respekt vor Norwegen

Vor den Niederlanden als nächstem Gegner hat vor allen Dingen Osmann großen Respekt. "Sie sind als Gastgeber der Euro 2012 hochmotiviert. Es ist ja ein Nachbarschaftsduell, viele Niederländerinnen spielen in der Bundesliga. Wir müssen zusehen, dass wir uns nicht zu sicher fühlen", sagte der 60-Jährige. Die Bilanz spricht mit 45 Siegen in 57 Spielen (8 Niederlagen/4 Unentschieden) eindeutig für die deutsche Mannschaft. Beim letzten Vergleich im November 2009 gab es allerdings nur ein knappes 24:22 für den Favoriten.

Das deutsche Team war bei den vergangenen beiden Europameisterschaften im Halbfinale gescheitert und hatte jeweils Platz vier belegt. Die bislang einzige EM-Medaille (Silber) gab es 1994 im eigenen Land. Der Europameister 2010 ist unter anderem als erste Mannschaft für die Olympischen Spiele in London 2012 qualifiziert.

© SID

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