Handball-Enwticklungsländer sorgen für Gesprächsstoff
Wie Heiner Brand Ungarn umschifft

Wenn heute die Vorrundengruppen für die XX. Handball-Weltmeisterschaft (19. Januar - 4. Februar 2007) ausgelost werden, ist alles ein paar Nummern kleiner als beim „Großen Bruder“ Fußball. Bundestrainer Heiner Brand darf sich die Gegner praktisch aussuchen.

haw BERLIN. Zur Auslosung der Fußball-WM waren Tausende nach Leipzig geströmt, die TV-Live-Bilder mit Mannequin Heidi Klum gingen um die Welt. Gemütlicher geht es heute im Maritim-Hotel Berlin zu: Dort werden um 15 Uhr rund 200 Personen zuschauen, wie vier ehemalige Welthandballer – darunter Daniel Stephan – die sechs Vierergruppen ermitteln. Eine Live-Übertragung im Fernsehen wird es nicht geben.

Anders als im Fußball, verfügt der Gastgeber über den im Handball üblichen Vorteil, sich die Gegner in der Vorrundengruppe aussuchen zu können. Die ersten beiden qualifizieren sich für die ebenfalls in Gruppen gespielte Hauptrunde, in der sich wiederum je vier von sechs Mannschaften für das Viertelfinale qualifizieren. Bundestrainer Heiner Brand ist darauf vorbereitet: „Es ist mir einiges durch den Kopf gegangen. Es wird sicher nicht mein Ziel sein, schon in der Vorrunde gegen Ungarn zu spielen“, sagt der Erfolgstrainer, der seine Mannschaft zwischen 2002 und 2004 viermal in Folge ins Finale eines großen Turniers führte.

Der ungarische Olympiavierte ist in der dritten Leistungsgruppe mit der Ukraine, Ägypten, Kuwait, Marokko, Brasilien am stärksten einzuschätzen. Aus der zweiten Leistungsreihe bekommt es Deutschland entweder mit Russland, Island, Slowenien, Tschechien, Polen oder Norwegen zu tun. Da als Gruppenkopf gesetzt, wird das Brand-Team zunächst nicht auf Weltmeister Spanien, Europameister Frankreich, Olympiasieger Kroatien, den WM-Vierten Tunesien und Dänemark treffen.

Die sechs Mannschaften aus dem schwächsten Topf, der „Leistungsreihe 4“, werden spätestens während der WM-Vorrunde erneut für Diskussionsstoff sorgen. Ist die Leistungsstärke dieser Mannschaften aus Handball-Entwicklungsländern – Argentinien, Angola, Südkorea, Katar, Grönland, Australien – doch schlicht einer WM unwürdig. In Australien werfen rund 200 (!) Aktive den Handball. Und über die Qualifikationsturniere in Asien, dessen Verband die Scheichs aus dem Katar und Kuwait dominieren, kursieren seit Jahren dunkle Gerüchte über Schiedsrichterkorruption und Spielmanipulationen.

Im Vorfeld der WM 2003 in Portugal etwa gingen die Südkoreaner in einem entscheidenden Spiel aus Protest irgendwann dazu über, den Ball ins eigene Tor zu werfen – so offenkundig waren die Referees bestochen. Auch das Qualifikationsturnier für die WM 2007, das in Bangkok stattfand, rief Proteste hervor – aber der in Basel ansässige Weltverband IHF zog diesmal keine Konsequenzen. In den Jahren zuvor waren einige lebenslange Schiedsrichtersperren ausgesprochen worden.

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