Handball Europapokal
Getrübte Freude in Magdeburg

Die frischgebackenen EHF-Pokalsieger vom SC Magdeburg ließen sich zwar auf dem Alten Markt von ihren Fans feiern, doch war die Freude nicht ungetrübt. Nach vielen Abgängen steht der Klub vor einer ungewissen Zukunft.

Unter die geballte Freude über den Gewinn des EHF-Pokals mischt sich beim SC Magdeburg mitten in die Feierlichkeiten des dritten Triumphs auch die Angst vor einer ungewissen Zukunft. "Bei allem, was hier passiert, ist das womöglich auf absehbare Zeit der letzte Titel für uns", sagte Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar und dachte trotz Vertrag bis 2008 sogar an einem vorzeitigen Abschied: "Man überlegt schon, was man macht. Ich habe keinen Bock, künftig um Platz sieben oder acht zu spielen."

Während der exzentrische Paradiesvogel, der mit einem Job im Management liebäugelt und bereits mit verschiedensten Adressen von Berlin bis in die USA in Verbindung gebracht wurde, zumindest vertraglich noch gebunden ist, steht der Abschied von anderen Leistungsträgern bereits fest.

Viele Abgänge und Turbulenzen im Umfeld

Die Weltmeister Johannes Bitter (HSV) und Oliver Roggisch (Kronau/Östringen) gehen ebenso wie Publikumsliebling Joel Abati und Oleg Kuleschow. Kapitän Steffen Stiebler wechselt ins Management. Fraglich ist, ob die Neuzugänge Ole Everik, Alexandros Vasilakis und Damien Kabengele das Quintett angemessen ersetzen können. Erst Mitte März war Manager Bernd-Uwe Hildebrandt wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen seine Person zurückgetreten und hatte den Klub in Turbulenzen gestürzt.

Wenta und Roggisch in Feierlaune

Trainer Bogdan Wenta ließ sich nach dem 31:28 gegen die Spanier von BM Aragon (Hinspiel 30:30) davon nicht beeindrucken und feuerte als Animateur auf dem Alten Markt in Magdeburg die rund 3 000 Fans immer wieder an. Auch Oliver Roggisch wollte nur feiern: "Wir haben uns den Arsch aufgerissen, in den letzten Wochen ging es nur noch um diesen Titel. Jetzt wird erstmal ein paar Tage durchgetrunken."

Auch Roggischs Nationalmannschaftskollege Johannes Bitter, der im Rückspiel seinen Platz im Tor für den glänzenden Silvio Heinevetter räumen musste, war glücklich: "Ich wollte zum Abschied unbedingt diesen Titel."

© SID

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