Handball
Justiz ermittelt gegen THW-Manager Schwenker

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat im Zuge der angeblichen Betrugsaffäre beim deutschen Handball-Meister THW Kiel Ermittlungen gegen THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker eingeleitet. Grund sei der Verdacht der Untreue, teilte die Ermittlungsbehörde am Montag mit. Auch den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic hat die Justiz ins Visier genommen.

HB KIEL. Gegen Serdarusic werde zudem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt, teilten die Ermittler weiter mit. Weitere Erklärungen wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht abgeben. Kiel soll einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge mindestens zehn Champions-League-Spiele manipuliert und sich auch den Finalsieg in der Königsklasse 2007 über die SG Flensburg-Handewitt mit 96 000 Euro erkauft haben. Schwenker und Serdarusic bestreiten die Vorwürfe.

Das Magazin stützt sich auf Informationen aus dem Umfeld des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen. Demnach existiert ein protokollierter Beschluss der Löwen-Gesellschafter, in dem diese davon ausgehen, dass Schwenker und Serdarusic Schiedsrichter bestochen haben sollen.

Schwenker hatte am Sonntag seinerseits angekündigt, rechtliche Schritte gegen Personen einzuleiten, die solche "verleumderischen Gerüchte erfinden oder verbreiten". Um sich in vollem Umfang gegen die Anschuldigungen zu wehren, hatte Schwenker den THW um Urlaub gebeten. "Dem haben wir natürlich zugestimmt", sagte THW-Gesellschafter Georg Wegner am Sonntagabend.

Der Erfolgsklub hatte die Kieler Staatsanwaltschaft am Wochenende gebeten, alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten. "Der THW Kiel wird alles zur Unterstützung der Ermittlung Notwendige beitragen", erklärte Wegner dazu.

Innerhalb des Aufsichtsrats der Handball-Bundesliga wird die Bildung eines unabhängigen Kontrollausschusses erwogen, um in Zukunft mit Fällen wie den Manipulationsvorwürfen gegen den THW Kiel besser umgehen zu können. "Wir müssen auch im Handball einen Kontrollausschuss à la DFB oder eine Schiedsgerichtsfunktion à la DOSB einrichten, um solche Fälle professioneller anzugehen", sagte Hans Peter Krämer, Aufsichtsrats-Mitglied des Ligaverbandes HBL, am Montag. Gleichzeitig begrüßt Krämer die Aufklärungsarbeit der Kieler Staatsanwaltschaft. "Ich bin froh, dass Kiel jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, damit die Sache mit professionellen Mitteln angegangen wird."

Nach den erneuten Bestechungsvorwürfen gegen den THW fürchtet Manager Thorsten Storm vom Bundesliga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen einen Imageschaden für den gesamten Handball. "In dieser ganzen Sache hat sich der ganze Handball nicht mit Ruhm bekleckert, alle nicht", sagte Storm nach dem Einzug der Badener ins Champions-League-Viertelfinale am Sonntagabend. Der Löwen-Beiratschef Dieter Matheis hatte in seiner Funktion als Aufsichtsrat des Ligaverbandes HBL die Affäre mit einem Brief an Kiels Manager Uwe Schwenker ins Rollen gebracht.

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