Handball National
Der Schrecken aller Torhüter wird 65

Hans-Günther Schmidt war der Schrecken aller Torhüter und in der Handball-Welt als "Bomber der Nation" bekannt. Heute feiert der ehemalige Torjäger der Nationalmannschaft und des VfL Gummersbach seinen 65. Geburtstag.

In der Handball-Welt war Hans-Günther Schmidt in den 60er und 70er Jahren als Schrecken aller Torhüter und als "Bomber der Nation" gefürchtet. Vor allem seine unnachahmlichen, verzögerten Sprungwürfe machten "Hansi" berühmt. Am heutigen Montag vollendet der ehemalige Torjäger der deutschen Nationalmannschaft und des VfL Gummersbach seinen 65. Geburtstag.

"Wir werden in Weinheim feiern und bei einem hervorragenden Italiener lecker essen und ein Gläschen Wein trinken", sagt das Geburtstagskind. In Deutschland fand der gebürtige Rumäne eine neue Heimat, nachdem er 1963 geflüchtet war und im idyllischen oberbergischen Land in Gummersbach seine Zelte aufschlug. Dort erlangte "Hansi-Bär", wie er wegen seiner stämmigen Figur gerufen wurde, durch seine Handball-Künste Weltruhm.

Ivanescu: "Hansi war einer der besten Spieler der Welt"

"Hansi war einer der besten Spieler der Welt. Er hatte aus der zweiten Reihe Wurfvarianten drauf wie kaum ein anderer, seine Schüsse aus der Hüfte waren einzigartig", sagt der ehemalige Gummersbacher Meistertrainer und Ex-Bundestrainer Petre Ivanescu über die Vorzüge des Goalgetters.

Klaus Westebbe (58), 52-maliger deutscher Nationalspieler, von 1969 bis 1983 beim VfL aktiv, teilte jahrelang mit Schmidt ein Zimmer: "Wenn es in wichtigen Spielen drauf ankam, war er immer da. Er war ein Sprungwunder und konnte Spiele allein entscheiden."

Daher kann Hansi Schmidt auf eine glanzvolle Karriere zurückblicken. Mit dem VfL gewann er zahlreiche Titel, die Schlachten in der Dortmunder Westfalenhalle sind unvergessen. Viermal errang Schmidt mit Gummersbach die Europapokalkrone, warf in 53 Europacup-Auftritten 338 Tore, wurde siebenmal deutscher Meister mit dem einst erfolgreichsten Handballverein der Welt mit 27 Titeln. Für Deutschland bestritt der Vater der beiden Söhne Hans-Günther (38) und Christoph Eric (35) 98 Länderspiele (484 Tore), zuvor hatte er 18-mal das Nationaltrikot des viermaligen Weltmeisters Rumänien getragen.

Handball gegen Tennis-Racket eingetauscht

Inzwischen ist es ruhig geworden um den einstigen Torjäger. Seit Juli 2006 ist der ehemalige Hauptschullehrer Pensionär. In seiner Freizeit schwingt er am liebsten das Tennis-Racket. Aber er spielt auch gerne Tischtennis, beschäftigt sich mit dem Laptop oder liest gerne ein gutes Buch.

"Zwar habe ich dem Handball viel zu verdanken, aber ein großer Zuschauer bin ich nicht", sagt Schmidt, der mit 33 Jahren seine Laufbahn beendete. Sein Nachfolger auf der halblinken "Königsposition" wurde beim VfL und in der Nationalmannschaft Weltmeister Joachim Deckarm.

"Hansi-Bär" lag nach seiner Laufbahn mit Gummersbach einige Jahre im Clinch, inzwischen verfolgt er hin und wieder VfL-Heimspiele, sehr interessiert war er am WM-Geschehen 2007: "Der Titelgewinn hat dem Handball sehr geholfen. Die Ausstrahlung als Weltmeister ist groß. Ich hoffe, dass die Popularität anhält, und dass wir bei der EM und Olympia gut abschneiden", so Schmidt.

© SID

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